Albert Fournier. 9297
jenigen, denen man Versprechungen gemacht hat, deren Einlösung, und der
Konflikt verschärft sich, weil sie nicht gehalten werden.
Seit Ende des Weltkrieges mußte Frankreich andere Kriege führen. Den
Bankiers und Kapitalisten zum Gefallen mußte es in Indochina und Syrien
kämpfen. Außerdem ließ der Generalgouverneur von Indochina 700 000 Ge-
wehre und 70 Millionen Patronen für die Provinz Yünan durchgehen.
Die Regierung Ließ es geschehen. Man wird sie wahrscheinlich zur Rechen-
schaft ziehen. Ich bringe dies nur zur Kenntnis, um Ihnen zu zeigen, wie
ernst der Zustand ist.
England versucht einen letzten Streich in China. Es will nicht, daß man
sage, es habe die Flagge streichen müssen, und es schickt Truppen in großer
Zahl dorthin, um eine militärische Aktion vorzubereiten. Aber unsere Ge-
nossen in China werden sich das nicht gefallen lassen.
Holland spürt auch Erschütterungen. Auf Java brachen Unruhen aus.
Schließlich versucht auch der Yankee-Imperialismus zu handeln. Er be-
droht Mexiko und Nicaragua. Er hat sich schon der Philippinen bemächtigt;
er ist der gefährlichste, und wir müssen ihn im Auge behalten.
Aus all diesem müssen wir unsere Lehren ziehen. Wir machen
hier keine militaristische Propaganda, obwohl es gewisse Elemente gibt,
die uns das nachsagen, aber da wir keine Kinder, keine Einfältige, noch
Tölpel sind, so sagen wir, daß man der kapitalistischen Gewalt mit
Gewalt begegnen muß. Man kann daher dies nicht als Militarismus be-
zeichnen, selbst nicht als roten Militarismus. Es handelt sich um die aus der
Rede des Generals von Kanton zu ziehenden Lehren, daß „Heer, Soldaten
und Anführer nicht da sind, um die anderen zu schikanieren und zu unter-
drücken, sondern um diejenigen, die arbeiten und produzieren, die Arbeiter
und Bauern zu verteidigen und zu beschützen *“.
Ich habe nur noch einige Worte zu sagen. Eine Folgerung zwingt sich
auf. Wir haben unsere Gedanken ausgetauscht, wir haben uns kennengelernt,
wir haben die angenommenen Resolutionen auf Papier festgelegt; aber es
handelt sich nicht bloß darum, diese Ideen bekannt gemacht zu haben,
sondern etwas Festeres muß unser Resultat sein. Wir müssen eine Liga zur
Befreiung der Völker in allen Ländern, in allen Weltteilen schaffen. Das
wäre ein schönes Werk, und diejenigen, die behaupten, daß wir nichts
getan haben, fordern wir auf, die ausgearbeiteten Dokumente und angenom-
menen Resolutionen aufmerksam zu lesen. Dann werden sie spüren, daß
sich große Dinge vorbereiten, und daß der Tag kommen wird, da den
Parasiten der Platz angewiesen wird, der ihnen gebührt, und wo alle Arbeiter
in einer Front sich befinden werden. Das ist das Werk, wozu ich Euch
auffordere.
Und jetzt schließe ich und sage Euch, daß ich Vertrauen auf die Zukunft
habe. Seid guten Muts! Und nun an die Arbeit!
* Siehe Kap. 11. S. 30.
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