A Anhang.
schändliche Tatsache zu vertuschen, daß die Welt nicht aus dem Kriegs-
zustand herauskommt, und daß die Unterjochung und die Ausbeutung der
kolonialen und halbkolonialen Völker die unversiegbare Quelle der Kriege
bleibt.
Unter diesen Verhältnissen haben die auf dem internatio-
nalen Kongreß gegen Imperialismus und koloniale Unter-
drückung im Februar 1927 versammelten 180 Delegierten
beschlossen, die Liga zum Kampf gegen den Imperialismus
und für nationale Unabhängigkeit zu gründen. Wir teilen
allen unterdrückten Völkern und allen unterdrückten
Klassen derherrschenden Völker die Gründung der Liga mit.
Wir fordern jeden auf, der nicht an der Unterdrückung anderer
interssiert ist, der nicht aus den Früchten dieser Unterdrückung lebt, der die
moderne Sklaverei und Leibeigenschaft haßt und sich nach der eigenen
Freiheit und nach der Freiheit seiner Mitmenschen sehnt, sich uns anzu-
schließen und uns zu unterstützen. Die unterdrückten und ver-
sklavten Völker rechnen in erster Linie auf die Unterstützung der fortge-
schrittenen Arbeiterklasse aller Länder, da, wie auch das Proletariat, auch
sie nichts außer ihren Ketten zu verlieren haben. Aber auch die breitesten
Bauernmassen und die Massen des Mittelstandes und der Intellektuellen sind
nur das Opfer der Unterdrückung anderer Völker, die ihnen bestenfalls nur
klägliche Brosamen bringt, dafür aber ihnen die immer wachsende Last des
Militarismus, alle Qualen eines Gewaltsystems und die entsetzlichen Leiden
eines Krieges aufbürdet.
Die Befreiung der Unterdrückten, der Vasallen oder gewaltsam unter-
jochten Kolonialvölker wird die Errungenschaften und Möglichkeiten der
materiellen und geistigen Kultur der Menschheit nicht verringern, sondern
in noch nicht dagewesenem Umfange vermehren. Und in diesem Sinne
können die unterdrückten und versklavten Völker, die ähnlich dem Prole-
tariat die überwiegende Mehrheit der Menschheit darstellen, die ganze Welt,
die Welt der Zukunft erobern.
Unterdrückte Völker und unterdrückte Klassen ver-
einigt Euch!
Im Namen des Brüsseler Kongresses gegen Imperialismus,
koloniale Herrschaft und für nationale Unabhängigkeit
Ehrenpräsidium:
Henri Barbusse, Frankreich
Professor Albert Einstein, Deutschland
Frau Sun Yat Sen, China
General Lu Chung Lin, China.
250