Nicht zur Abstimmung gelangte Resolutionen.
Zu Kapitel X (Korea)
Resolution der koreanischen Delegation.
Durch einmütige Kundgebungen aller koreanischen nationalen Organisationen, durch
blutige Aufstände, in denen zehntausende ihr Leben eingesetzt haben, hat Korea seinen
Anspruch auf völlige Unabhängigkeit vor der ganzen Welt begründet.
Solange die japanische Regierung unsere Unahbhängikeit nicht anerkennt, werden wir
gezwungen sein, den Kampf gegen den japanischen Imperialismus bis aufs äußerste fort-
zusetzen. All unsere Kräfte und Mittel werden wir gebrauchen, um unser Volk von der
japanischen Unterjochung zu befreien.
Im festen Glauben, daß unsere Konferenz lediglich auf der Basis der nationalen Freiheit
und der sozialen Gleichheit fußt, fühlen wir uns berechtigt, von der Konferenz Anerkennung
der folgenden Punkte zu verlangen:
ı. Korea ist als ein von Japan unabhängiger Staat anzusehen.
2. die sämtlichen Sonderrechte, die sich die Japaner in Korea angeeignet haben, sind
nichtig.
Zu Kapitel XIV.
Erklärung der LA.K.
/Die 1.A.K. (Antimilitaristische Kommission) setzt sich zusammen aus der Internationalen Ar-
beiter-Association (T.A.A.) und dem Internationalen Antimilitaristischem Bureau (1.A.M.B.).]
Die Internationale Antimilitaristische Kommission (1.A.K.) betrachtet die koloniale Un-
terdrückung als eine der schlimmsten Formen der imperialistischen Ausbeutung und erklärt
sich vollkommen solidarisch mit dem Befreiungskampf der Kolonialvölker der ganzen Erde.
Die gewalttätige Unterdrückung der sich widersetzenden Kolonialvölker sowie die
gegenseitige Mißgunst der Kolonialmächte bringt für die Arbeiterklasse eine permanente
Gefahr neuer Weltkriege mit sich.
Diese koloniale Unterdrückung und die modernen Kriege des Imperialismus sind nur
möglich durch die tatsächliche Solidarität der von demselben Imperialismus ausgebeuteten
weißen Proletarier mit ihren Regierungen, insoweit sie sich dazu hergeben Dienst zu
leisten als Matrose auf der Kriegsflotte, als Soldat im Heere, als Arbeiter in der Kriegs-
industrie. Die I.A.K. ruft deshalb das weiße Proletariat auf, diese Solidarität mit der herr-
schenden Klasse zu brechen und den militaristischen Apparat des Staates zu vernichten durch
persönliche und Massendienstverweigerung, durch sofortige und definitive Stillegung der
Kriegsindustrie und durch die Verhinderung jeder Aktion und jeder Kriegsvorbereitung
gegen die Kolonialvölker.
Es ist die gemeinschaftliche Aufgabe des weißen und farbigen Proletariats, diesen
Kampf gegen den Imperialismus zur Weltrevolution zu wenden. Denn die wirkliche Be-
freiung der Völker erfordert nicht nur die nationale Unabhängigkeit, sondern vor allem
die soziale Unabhängigkeit, die Aufhebung jeder Unterdrückung des arbeitenden Volkes.
Aus diesem Grunde sollen die sich befreienden Kolonialvölker verhindern, daß die
koloniale Ausbeutung durch das ‚„Mutterland“ ersetzt wird durch die Ausbeutung eines
Nationalstaates, und sollen sich davor in acht nehmen, daß die heutige Diktatur nicht durch
die Diktatur einer politischen Partei ersetzt wird. Denn jede Diktatur bedeutet die Wieder-
herstellung des Staates, der kraft seines Wesens die arbeitenden Massen aufs neue unter-
drücken wird, während seine militärische Organisation die Kriegsgefahr permanent aufrecht-
erhält statt sie aufzuheben, und seine staatskapitalistische Produktionsweise Absatzgebiete er-
fordert, was aufs neue zu ökonomischen Konflikten führen muß.
Da die moderne Kriegstechnik die ganze Menschheit mit Untergang bedroht und sie
sich wehrt gegen jeden, der sie anwendet, drängt die I.A.K. bei den Kolonialvölkern darauf
hin, auch in ihrem Befreiungskampf an erster Stelle ihre Kraft zu suchen in den so
effektiven ökonomischen Kampfmitteln der sozialen Revolution (Boykott, Streik, Steuer-
verweigerung, non-cooperation).
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