I Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
weil er in der Kampffront steht, um seinem eigenen Volk vorwärts zu helfen.
Aber, Genossen, ich würde nicht die gleiche Freude empfinden, wenn er nur
den chinesischen Nationalismus, und nur ihn allein, verkünden und übertrieben
preisen würde. Ich will, daß der chinesische Nationalismus mit Internationa-
lismus zusammengeht, da bis zu der Zeit, bis die Welt nicht auf der Grund-
lage internationaler Kameradschaft der Arbeiter aufgebaut ist, all unsere
Arbeit, wie ich nochmals wiederholen möchte, vergeblich ist.
Sie fragen mich, was wir in England tun? Ich kann Ihnen nur mitteilen,
was einige von uns tun und was ich selbst zu tun versuche. Vergeßt nicht, daß
England das größte imperialistische Land der Welt ist. Wir haben beinahe die
Weltkarte von dem einen bis zum anderen Ende rot gemalt. Größere Reiche
als unseres sind aus dem gleichen Grunde zu ihrer Zeit niedergegangen, aus
dem auch England niedergehen wird, wenn nicht die Arbeiterbewegung unser
Land zwingt, seinen Weg zu ändern. Wie man auch die britische Arbeiterbe-
wegung kritisiert, wie schwankend auch ihre Haltung bezeichnet werden
kann, soll doch eine Tatsache uns nicht entgehen, daß nämlich in der letzten
Woche die britische Arbeiterbewegung im britischen Parlament — dem
größten imperialistischen Parlament der Welt — nicht nur eine Deklaration
vorlegte, sondern auch für sie sprach und stimmte. Eine Deklaration, die
ohne Vorbehalt das Recht des chinesischen Volkes, in seinem Lande zu
regieren, anerkennt und verlangt, daß ein für alle Male die Vorrechte, die wir
durch Gewalt und Seeräuberei errungen haben, abgeschafft werden. Und auch
wir, die Partei als ein Ganzes, stimmten dafür, daß die Truppen zurückge-
zogen werden sollen. Sie sehen, daß wir als erstes das grundlegende Prinzip an-
erkennen, daß China den Chinesen gehört. Dann fügten wir noch hinzu, um
diesem mehr Wirkung zu verleihen: „Bringt die Truppen heim!“ Freunde,
wir werden auf diesem Standpunkte beharren. Wir füllten gestern den Tra-
falgar-Platz mit einer Menge, die alle das gleiche verlangten. Morgen werden
Sie von einer großen Konferenz hören, die in London wegen der chinesischen
Genossen stattfinden wird. Seien Sie daher nicht niedergedrückt über die
britische Arbeiterbewegung. Wir sind geschult und werden es mit jedem Tag
mehr sein.
Was ich eigentlich hier jedem Mann und jeder Frau der freien wie der
unterdrückten Nationen eindrücklich sagen möchte, ist, daß sie nicht ihre
Kräfte nur für Nationalismus verschwenden sollen. Erkämpft Eure nationale
Freiheit, Eure nationale Kontrolle! Dies ist Euer Recht und steht Euch zu,
Aber bleibt hierbei nicht stehen, denn wenn Ihr das tun werdet, bleibt Ihr.
auf halbem Wege stehen. Ich habe gesehen, wie Frankreich seinen Herrscher
von sich schüttelte, wie Irland das Joch Englands abwarf, aber ich weiß, daß
die Arbeiter heute in Frankreich, genau so wie die Arbeiter in England, um
ihre Freiheit kämpfen müssen. Wenn Sie, die Sie zu den unterdrückten Natio-
nen gehören, dem Kapitalismus erlauben, daß er in Ihrem nationalen Auf-
If.