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Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht verdrängt die alte Form
der Handelsfirmen; denn so unbehaglich und beschwerlich ist der
Kraftaufwand, daß die zweite und die dritte Generation vieler unserer
Handelsfamilien schon müde geboren werden, sie sind nicht vom
alten Schrot und Korn der Ahnen und haben nichts von ihrem Geiste.
Die Finanzmacht in der Industrie neigt beständig zum Wachstum;
denn es mehren sich die Personen, die die Verantwortlichkeit fliehen,
mit ihrem eigenen Vermögen selbst etwas zu unternehmen und es
daher lieber einem anderen, einem Mietling, zur Verwertung anvertrauen.
Die amtliche und unpersönliche Verwendung des Kapitals
ist also bereits Wirklichkeit geworden. Wohl erzielt das Kapital
durch seine Konzentrierung und Organisation einen höheren Profit,
nur macht diese gesteigerte Rentabilität die Gemeinschaft noch abhängiger
von der Finanzwelt und gestaltet infolgedessen auch das
Walten der Industrieherrschaft unerträglicher. Das markante Bestreben
der besitzenden Schichten, nicht direkt in der Erwerbssphäre
als Handelnde aufzutreten, sondern sie nur als Rentenquelle
zu benutzen, verschärft den Kampf, dem sie zu entrinnen wünschen.
Vergleichsweise sorglos lebt nur jene Klasse, die über bestimmte unentbehrliche
Vermögensobjekte, wie Grund und Boden, verfügt, deren
Einkommen sich nicht aus dem Profit ableitet, auch keinen Gewinnanteil
an Unternehmungen verkörpert, in denen ihr Geld mit allem
üblichen Risiko arbeitet, deren Einnahmequelle vielmehr der Tribut
ist, den die Industrie ihr zu entrichten gezwungen ist, soll ihre Betriebstätigkeit
überhaupt fortgesetzt werden. Und klagt diese Klasse,
so doch nur deshalb, weil sie sich mit zu vielen unproduktiven Personen,
die ihre Luxus- und Komfortbedürfnisse befriedigen, umgeben
hat und diese Arbeiter zeitweilig nicht gemächlich zu unterhalten vermag.
Anarchisch ist dieser Zustand, der heute als industrielle „Ordnung“
gepriesen wird, ein Chaos, ein Leben von der Hand in den Mund,
eine reine Spekulation auf das Glück. Solche dräuenden Wirtschaftsbedingungen
begleiten den politischen Demokratisierungsprozeß des
Staates.
Zum richtigen Verständnis dieser Verhältnisse wird ein der Biologie
entlehntes Beispiel dienen. Durch ihre verschiedenen Zweige der Produktion,
der Verteilung und des Austausches speist die Industrie die
Gesellschaft, und wie sich zum Zwecke der Ernährung des Menschen-