4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
der Regel solcher Natur. "Trotzdem sehen wir, daß sich in der
Gesetzgebung eine konsequent durchgeführte Selbständigkeit der
Besteuerung des Arbeitsverdienstes nur langsam Bahn bricht. So-
fern die Arbeit mit Unternehmertätigkeit verbunden ist, sei es auf
dem Gebiete der Landwirtschaft, oder der Industrie, des Handels,
steckt die Steuer in der Besteuerung dieser Erwerbszweige. Sofern
sie in der Form von ständigen Bezügen belohnt wird, erscheint die
Steuer als Besteuerung des Diensteinkommens. Ein bedeutender
Teil des Erwerbes der Arbeit, jener nämlich, welcher unter dem
Steuerexistenzminimum bleibt, wird wenigstens von der direkten
Steuer nicht erreicht und steuert nur in der Form der indirekten
Steuer. Ja, einzelne Schriftsteller, wie Stein, huldigen der An-
sicht, daß die Arbeit nur in der Form von indirekten Steuern be-
steuert werden kann. Wenn sich dem wohl gewichtige Gründe
entgegensetzen lassen, so viel ist doch gewiß, daß bei allen geringen
und unregelmäßig fließenden Einkommen die indirekte Besteuerung
‚eher zum Ziele führt, als die direkte. |
Vom Gesichtspunkte der Besteuerung ist vor allem die Lohn-
arbeit von der selbständigen, freien Arbeit zu unterscheiden. Die
Besteuerung der Lohnarbeit ist, da der im Lohnverhältnis stehende
Arbeiter durch seinen Arbeitgeber belangt werden kann, leichter
durchzuführen, als die Besteuerung des freien, eigenen Arbeiters.
In die Reihe der ständigen Lohn oder ständige Bezahlung ge-
nießenden Arbeiter gehören diejenigen Klassen, die ständige Bezüge
genießen; ferner ständig angestellte Arbeiter, Dienstboten usw.
Einige dieser Klassen können auch durch selbständige Steuern er-
reicht werden, Besteuerung der Dienstbezüge, Dienstbotensteuer usw.
Die selbständig tätigen Arbeiter sind in der Regel auch Unter-
nehmer und stehen in einer Linie mit dem Kleinbauern, den kleinen
Gewerbs- und Kaufleuten, die Besteuerung wird daher mehr weniger
dieselbe Form annehmen. Öft werden die einzelneh Gruppen so
betrachtet, als ob dieselben eine gewisse Höhe als Einkommen
repräsentieren, was auch in der Art der Besteuerung zum Ausdruck
kommt. Aber die Kategorie der Arbeit und die Höhe des KEin-
kommens stehen nicht in enger Beziehung. Es gibt Köche, die
Ministergehalte beziehen, dagegen geistig hervorragende Arbeiter,
Künstler, Schriftsteller, die höchst schwaches Einkommen haben.
Im allgemeinen betrachtet man den Arbeiter, als ob er auf der
tiefsten Stufe der Einkommenskala stände, während doch heute die
obere Schichte der Arbeiterklasse sich schon nahe mit der Mittel-
klasse berührt, eventuell in dieselbe weit mehr hineingehört, als die
unterste Schichte der Mittelklasse, der kleine Beamte usw. Die
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