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4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
den Gerichts- und Verwaltimgsgebükren usw. Neu eingeführt wurde
außer der Kriegsgewinnsteuer die Kohlensteuer. England hat auch
in diesem Kriege vor allem seine spezielle Kriegssteuer („war duty“),
die Einkommensteuer, auf das höchste angespannt. 1 ) Nach den
jüngsten Erhöhungen steigt dieselbe in den höchsten Stufen — mit
Einschluß der supertax — auf 51,7 Prozent des Einkommens. Dann
wurden die Verzehrungssteuer und Zölle, manche schon zum dritten
mal erhöht: Branntwein, Bier, Tee, Kakao, Kaffee, Zucker, Melasse,
Sacharin, Tabak, Arzneien usw. Neu eingeführt wurde eine Lust
barkeitssteuer, eine Zündhölzchen- und Mineralwassersteuer. Erhöht
wurde überdies noch die Fahrkartensteuer und die Postgebühren.
Während England von jeher dem Prinzipe huldigte, die Kriegs
kosten nach Möglichkeit durch Steuern zu decken, hat — wie wir
an anderer Stelle gesehen — Frankreich sich nur schwer zur An
ziehung der Steuerschraube entschlossen. 2 ) Am wichtigsten ist
jedenfalls die Einführung der so sehr verhaßten Einkommensteuer.
Hierzu kam dann die Erhöhung einiger direkter und einer Reihe
indirekter Steuern. In Italien hat die Kriegsbesteuerung nament
lich zur Erhöhung der Einkommensteuer und der meisten Ver
zehrungssteuern geführt, neu eingeführt wurde die Wehrsteuer, eine
einprozentige Kriegssteuer nach alten veranlagten Steuern und nach
den Zahlungen des Staates an Lieferanten usw. In Rußland wurde
eine Reihe von Steuern neu eingeführt, Einkommensteuer, Wehr-
steuer, Weinsteuer, Baum woll- und W ölige webesteuer, Elektrizitäts
steuer, Totalisatorsteuer. Erhöhungen traten ein bei direkten und
indirekten Steuern, Tabak, Zucker, Bier, Zündhölzchen, bei der
Erbschaftssteuer, bei der Fahrkartensteuer, bei Post-und Telegraphen
gebühren usw.
6. Die Kriegsgewinnsteuer (Kriegssteuer). Diese Steuer ist dem
eigentlichen Zwecke nach eine Besteuerung der infolge der durch
den Krieg geschaffenen Konjunkturen in vielen Produktionszweigen
eingetretenen außerordentlichen Grewinne. Der ursprüngliche Ge
danke weitete sich dann dahin aus, daß ohne Rücksicht darauf, ob
die günstigeren Geschäftsresultate Folge der Kriegskonjunktur sind
*) Quelle est la troisieme — et ä mon avis la senle — ligne de conduite
prudente et süre — sagt der englische Finanzminister Lloyd George am 4. Mai
1915 — qui nous viendrait en aide pendant la guerre et chose encore plus
impqstante, qui ne nous ruinirait apres la guerre ? Le revenu national (J6ze
les finances de la guerre de l’Angleterre, 1. Suppl., Paris 1915, 8. 55).
2 ) „Nous ne vous proposons — sagt der Finanzminister Ribot am 22. De
zember 1914 — nide creer de nouveaux impöts nide relever les impots existants ...
11-vaut mieux attendre, pour angmenter le poids des impöts, que le pays ait
ete deli vre de l’invasion et que la vie economique ait pu reprendre tout son elan" 1
IJeze, les finances de la guerre de la France, Paris 1915, 8. 213).