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lcgenheiten der Stiftung bearbeitende Mitglied des Kollegiums erhält
dafür ein jährliches Honorar von 300 Thlr. Von den Revenuen der
Stiftung, deren Grund-Kapital in 225,000 Thlr. bestand, sollen Ren
ten von je 200 Thlr. an Damen der obenbczeichneten Art, die das
Kollegium nach Stimmen-Mehrheit auszuwählen hat, in halbjährlichen
Raten praenumerando gezahlt werden. Personen, die das 60ste Jahr
zurückgelegt haben, können auch 300 Thlr. erhalten. Bei Auswahl
der Personen ist vorzüglich auf solche Rücksicht zu nehmen, die im Wohl
stand gelebt haben nnd ohne eigene Schuld verarmt sind. Finden sich
bei gleichen Ansprüchen Personen, die blind oder mit Blindheit bedroht
sind, so soll diesen der Borzug gegeben werden. Im Jahre 1860
wurden an 50 Damen 9300 Thlr. vertheilt; das Kapital-Vermögen
betrug 16,050 Thlr. Gold nnd 224,356 Thlr. Konrant, auch war ein
seit 1839 gebildeter Reserve-Fonds von 247 Thlr. Gold und 2268
Thlr. Konrant vorhanden.
Baumgartenscheö Stipendium,
von der vcrw. Frau Ober-Consist.-Räthin Baum g arten, geb. v. Pau
lo w ska (1774) bei dem luth. Ministerium derFriedrichs-Werdcrschen und
Dorotheenstädtischen Kirche zu Berlin mit 460 Thlr. begründet. Das
Stipendium ist für Söhne der beiden lutherischen Prediger bestimmt,
und zwar während der Universitäts-Studien; jedoch darf das Stipendium
nicht unter zwei getheilt werden, sondern die Aspiranten folgen einan
der im Genusse. Da viele Jahre hindurch das Stipendium von keinem
Berechtigten genossen wurde, so hatte sich durch Zins auf Zins das
Kapital im Jahr 1845 (Lisco 301.) schon auf 1825 Thlr. erhöht.
Baumhanersches Slipendiunl.
Eine äljere Stiftung von jährlich 20 Thlr. für bedürftige Studirendc.
Die Verleihung steht dem Magistrat in Groß-Salze zu. (Hermes
II. 51.)
v. Bavierfche Anstalt zur Pflege junger mutterloser Kinder.
Von der verw. Frau Majorin Julie v. B a vi er zu Berlin im Jahre
1849 gegründet, nimmt diese Privat-Anstalt (Breite-Straße 26.)
gegen ein Kostgeld Kinder auf, welche der mütterlichen Pflege beraubt
sind, und erzieht dieselben bis zu den Schuljahren. Einzelne Kinder
werden unentgeltlich aufgenommen und ans nrilden Beiträgen von Men
schenfreunden verpflegt. Die jährlichen Einnahmen des Instituts be
trugen im Jahre 1859 2100, die Ausgaben jedoch 2300 Thlr.
Beamten-Spar- und Hülfskassen-Berein zu Posen.
Im Jahre 1862 begründet. Der Verein hat den Zweck, Beamte durch
Gewährung von Darlehnen vor dem Ruin durch Wncherzinsen zu be
wahren, freiwillige Spar-Einlagen anzunehmen und mit 31 pEt. zu
verzinsen, vom Gewinn auch eine Dividende zu gewähren. Er zählte
im Jahre 1864 an 400 Mitglieder.
Beamten-Wittweu-Unterstiitzungs-Fouds zu Berlin,
eine Stiftung der ehemaligen Immédiat-Kommission zur Vcrtheilung