Full text: Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

Die Entwicklung der deutschen Zementindustrie usw. 
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in der Erwartung, daß dieser noch steigen werde, hervorgerufen 
wird. Woher kommt es nun, daß immer wieder Vergrößerungen 
vorgenommen und neue Fabriken gegründet werden, auch wenn 
gar kein Bedarf danach vorhanden ist? Das liegt zunächst 
daran, daß die einzelnen Leiter der Betriebe oft die Marktlage 
nicht genügend überblicken können und nicht weit genug in die 
Zukunft schauen, sie berücksichtigen nicht genug, daß die Lage 
der Zementindustrie mit der allgemeinen wirtschaftlichen Kon 
junktur eng verknüpft ist, eine Hochkonjunktur jedoch erfahrungs 
gemäß nicht ewig ist, man also für die Zukunft nicht mit derselben 
Höhe oder gar demselben Steigen des Absatzes rechnen kann. 
Die übrigen Fabriken müssen folgen, w T ollen sie nicht in Zukunft 
schlechter gestellt sein. Begünstigt werden diese Tatsachen 
noch dadurch, daß zum Teil Techniker und nicht Kaufleute die 
Leitung in Händen haben. Der Hauptgrund für die Überpro 
duktion liegt jedoch in den Neugründungen. Es ist eben ver 
hältnismäßig leicht, ein neues Werk zu errichten. Rohmaterial 
ist an sehr vielen Punkten in reichlicher Menge vorhanden und 
das nötige Kapital ist in einer Zeit, in der die Zementindustrie 
gute Gewinne abwirft, unschwer zu erhalten, zumal zu derselben 
Zeit im allgemeinen eine gute Konjunktur herrscht und das 
Kapital nach Anlagen sucht. Die Gründer machen meist ein 
gutes Geschäft und sind oft Leute, die an der Zementindustrie 
nicht besonders interessiert sind. Die Geldgeber dagegen haben 
vielfach gar kein Urteil über die Lebensfähigkeit und zu er 
wartende Rentabilität der neuen Anlage, zumal sie oft durch 
gefärbte Prospekte geblendet werden, die ganz und garnicht den 
Tatsachen entsprechen. Da wird zunächst einmal von vornherein 
angenommen, daß die ganze Produktionsfähigkeit abgesetzt 
werden könne, während dies zur selben Zeit bei den bestehenden 
Fabriken nicht der Fall ist. Ferner wird mit den hohen Preisen 
der guten Konjunktur gerechnet, und schließlich wird das nötige 
Kapital oft zu niedrig angegeben, so daß ganz fabelhafte Gewinne 
herausgerechnet werden. Daß sich eine neue Fabrik erst Eingang 
verschaffen und daher billiger sein muß als die anderen, daß sie
	        
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