Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

IV. DIE WÄHRUNGEN UND DEVISENNOTIERUNGEN 137
nicht nur die Preise der Welthandelsartikel in den einzelnen Ländern
ausgedrückt werden, um sie miteinander vergleichen zu können,
es wird auch der Begleich für internationale Bezüge dieser Artikel
in diesem Gelde erfolgen.
Diese Bedeutung im Welthandel hat derzeit die englische Währung.
 In dieser Währung wickelt sich nicht nur der größte Teil des
Zahlungsverkehrs zwischen Großbritannien und seinen zahlreichen
Kolonien ab, auch im übrigen überseeischen Zahlungsverkehr bildet
die Devise auf London das beliebteste und häufigste Zahlungsmittel,
weil sie auf allen Welthandelsplätzen einen Markt hat, das heißt am
meisten gefragt und angeboten wird. Während des Krieges und nachher
 hat die Dollarwährung im Zahlungsverkehr mit Zentral- und Südamerika
 ‚sowie mit Ostasien an Bedeutung gewonnen. Die französische
 Währung spielt nur im Verkehr mit seinen afrikanischen
Kolonien und im nahen Orient eine Rolle, ebenso ist die holländische
Währung auf den Verkehr des Mutterlandes mit seinen Kolonien
beschränkt.
Das Zahlungsmittel des internationalen Verkehrs ist die Devise
in allen derzeit üblichen Formen. (Cable transfer, Auszahlung, Scheck,
Wechsel, s. hierüber 2. Abschnitt). Daher bildet auch der Devisenkurs
 die Grundlage für die Berechnung der Preisparitäten der ein:
zelnen Waren und Effekten und für den Begleich (Rembours). Diese
Bedeutung der Devise für den internationalen Verkehr ist bereits gewürdigt
 worden; hier soll nur mehr die Devise im überseeischen
Zahlungsverkehr besprochen werden.
Die Notierung der Devisenkurse auf den überseeischen Plätzen
ist bis auf wenige Ausnahmen eine indirekte, sie versteht sich daher
für eine inländische Währungseinheit in der ausländischen Währung;
da London grundsätzlich die Notierungsweise des auswärtigen Platzes
übernimmt, ist ein. Vergleich des‘ Londoner Kurses: mit dem überseeischen
 Kurs sofort möglich. Gewöhnlich werden auf den überseeischen
 Plätzen Kurse für mehrere Verfallzeiten notiert, und zwar
für telegraphische Auszahlung (C. T. oder T. T.) und auf Sicht;
entweder reine Sicht (on demand, at sight, a vista, Scheck) oder
Zeitsicht. Kabelkurse sind sofort fällig, reine Sichtkurse nach Ablauf
der erforderlichen Überfahrtzeit, bei den Zeitsichtkursen tritt noch
die Zeit nach Sicht hinzu. Reine Sichtkurse werden daher auf Kabelkurse
 ‚reduziert, indem die Zinsen für die Überfahrtzeit berechnet
und bei der direkten Notierung hinzugezählt, bei der indirekten Notierung
 abgezogen werden. Die Überfahrtzeit ist für die einzelnen
Plätze usancemäßig festgesetzt und beträgt für New York und ostindische
 Plätze 15, für Zentral- und Südamerika (mit Ausnahme
von Chile), Straits settlements, Südafrika und Zansibar 30 Tage, für
Ostasien, Australien und Chile 45 Tage.
            
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