Full text: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

196 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS 
nicht seine heimische Währung ist, seine zu gewärtigenden. Devisen- 
eingänge zu einem ihm günstig scheinenden Kurse sichern. Bei 
regelmäßigem Bezug oder Absatz werden solche Kurssicherungen 
nicht von Fall zu Fall, sondern, wenn der Kurs günstig scheint, auf 
längere Zeit, z. B. für die bevorstehende Einkaufs- oder Verkaufs- 
saison und in der Höhe des gesamten wahrscheinlichen Importes 
oder Exportes abgeschlossen, indem mit einer Bank die Vereinbarung 
getroffen wird, zu welchem Kurse die später fällig werdenden 
Tratten oder Rimessen abgerechnet werden sollen. Diese Kurs- 
kontrakte lauten gewöhnlich auf größere, runde Beträge, die inner- 
halb der nächsten Monate abzunehmen oder zu liefern sind. Der 
Kurs ist hiebei entweder einheitlich oder für jeden Monat veränder- 
lich (Skalakontrakt). Verbleiben Reste am Ende des Monats (Spitzen), 
so werden sie in das nächste Monat gewöhnlich zu einem ungünsti- 
geren‘ Kurs übernommen oder sie müssen liquidiert werden (no 
margins allowed). 
3. DER DIREKTE IMPORT VON ROHPRODUKTEN 
Der überseeische Verkäufer, gewöhnlich Ablader genannt, ist 
zuweilen Produzent, zumeist aber Händler, welcher die Ware von 
den Farmern aufkauft, sie in exportfähiger Weise zurichtet, verpackt 
und zur Verschiffung nach Europa bereithält. 
Sehr häufig nimmt der Ablader schon. in diesem Zeitpunkt eine 
Bank seines Platzes in Anspruch, indem er sich die eingelagerte Ware 
bis zu einem gewissen Prozentsatz bevorschussen läßt; die Höhe 
desselben hängt von der Preislage ab und reicht bei steigender Ten- 
denz nicht selten nahe an den Marktpreis heran. 
Der Mittelsmann des Abladers in Europa ist zumeist ein Agent, 
seltener ein Kommissionär; dieser Vermittler wird mit den ent- 
sprechenden Preisanstellungen und Musterkollektionen versehen und 
bietet nunmehr die Ware an seinen Kundenkreis aus®), Die meisten 
Anstellungen im direkten Import verstehen sich C.I.F. oder C.F. ; 
da aber der Käufer hiebei das Risiko des Seetransportes, insbesondere 
den Verlust der Franchise, zu tragen hat, so ziehen manche Käufer 
Anstellungen „franko Waggon“ oder „ex quay Ankunftshafen“ vor 
(arrival-contracts). In manchen Welthandelsartikeln werden auch 
sogenannte Basis-Offerte angestellt, das heißt der Ablader gibt 
°) Große europäische Importfirmen entsenden wohl auch eigene Einkäufer 
nach den überseeischen Exporthäfen, welchen insbesondere die richtige Aus- 
wahl der Ware und die Kontrolle der Ausführung obliegt. Die eigentliche 
Durchführung des Einkaufes bleibt Sache des überseeischen Exporthauses, 
weil diese überseeischen Ablader zumeist organisiert sind und Oufsiders 
nicht zulassen.
	        
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