Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

198 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
Häufig nimmt auch in diesem Falle der Ablader einen Vorschuß
entweder von der Bank seines Platzes oder von dem europäischen
Vertreter in Anspruch. Im letzteren Falle erfolgen solche Verschiffungen
 in der Form von Konsignationen; der Ablader erteilt hierüber
Faktura so, als ob die Ware verkauft wäre, „to Whom it may concern‘,
 doch zieht er von dem limitierten Betrag einen Margin ab,
welcher den Kommissionär für etwaige Differenzen sicherstellen soll,
oder er macht diesen Abzug nicht in der Faktura, trassiert aber
einen um den Margin kleineren Betrag. Die Trassierung erfolgt D/A
wie bei Fixverkäufen. Nach durchgeführtem Verkauf vergütet der
Kommissionär dem Ablader den ihm nach Abzug der Provision und
Spesen zukommenden Restbetrag.
4. DER EXPORT NACH ÜBERSEE
Das überseeische Exportgeschäft weist alle Formen des mittelbaren
 und unmittelbaren Verkehres sowohl bei der Abschließung des
Verkaufs wie auch bei der Wertausgleichung auf. Vom direkten Verkehr
 zwischen überseeischem Käufer und europäischem Produzenten,
der sich vom Landgeschäft in nichts mehr unterscheidet, bis zur
altgewohnten Inanspruchnahme von besonderen Exporthäusern samt
deren Zweigniederlassungen, Agenten oder Kommissionären in Übersee
 und mit Rembours über einen internationalen Bankplatz sind
alle Nuancen vertreten und durch den fortwährenden Wechsel der
Absatz- und Kreditverhältnisse einer steten Änderung unterworfen.
In dieser Mannigfaltigkeit hat sich wohl der Handel nach den einzelnen
 Importgebieten eine gewisse Einheitlichkeit bewahrt, so daß
nach einem und demselben Lande bestimmte Exportusancen in der
Mehrzahl der Fälle überwiegen; doch werden aus verschiedenen
Gründen, unter welchen die starke Konkurrenz keine geringe Rolle
spielen dürfte, Abweichungen von den gewöhnlichen Usancen immer
wieder wahrzunehmen sein.
In den meisten Fällen ist der sogenannte Exporteur noch
immer. der hauptsächlichste Träger des Exportgeschäftes. Zuweilen
Kommissionär, meist aber Eigenhändler, unterhält er mit bestimmten
Exportgebieten direkt oder durch Zweigniederlassungen, Agenten oder
Kommissäre ständige Beziehungen und bringt die von dort einlangenden
 Orders zur Ausführung. Er steht zu diesem Zwecke mit einer
großen Anzahl von leistungsfähigen Produzenten in direkter oder
indirekter (siehe‘ unten) Verbindung; von diesen erhält er Musterkollektionen
 oder Kataloge, kalkuliert die aufgegebenen Preise auf
Basis der überseeischen Zahlungskonditionen, in der Regel eif
Importhafen, und läßt nun die Ware durch die genannten Mittelspersonen
 im überseeischen Absatzgebiet ausbieten. Die einlangenden
            
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