66 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
bis 350 Millionen Dollar, die Zahl der Mitglieder schwankt zwischen
50 und 67 der bedeutendsten Banken New-Yorks.
5. DEVISEN
Devisen sind Forderungen an das Ausland in verkehrsreifer
Form, und zwar in der Form von Wechseln, Schecks, Anweisungen,
Überweisungen und Auszahlungen auf ausländische Währung!). Man
bezeichnet sie nach ihrer Währung (Francdevise, Dollardevise usw.)
oder nach ihrem Zahlungsorte (Devise London, Devise Amster-
dam usw.).
Auszahlungen und Überweisungen sind beliebte Zahlungsmittel
im internationalen Verkehr und werden den anderen Devisen viel-
fach vorgezogen, weil nicht nur der Wechselstempel, sondern. durch
den Wegfall einer Wertsendung auch Porto und Risiko erspart wer-
den; telegraphische Auszahlungen besitzen außerdem den Vorteil
der raschen Überweisung, der namentlich im überseeischen Verkehr
in die Wagschale fällt.
Der Handel mit Devisen erfolgt auf Grund der in den Kurs-
blättern notierten Devisenkurse; die Notierung ist entweder eine
direkte oder Preisnotierung, d. h. für eine Einheit oder 100 Einheiten
der ausländischen Währung in der Inlandswährung, oder eine in-
direkte oder Mengennotierung, d. h. für eine inländische Währungs-
einheit in der Auslandswährung. Eine Abart der direkten Notie-
rung stellt bei gleichen Nennwerten der Währungseinheiten die
Agionotierung dar, die für 100 ausländische Währungseinheiten den
Auf- oder Abschlag in inländischer Währung zeigt. Die Sichten der
Devisenkurse sind nicht gleich; man unterscheidet die Kabelnotie-
rung für sofort telegraphisch übermittelte Auszahlungen (C. T.),
die Vistanotierung für auf Sicht fällige Devisen (briefliche Aus-
zahlungen und Schecks), die zu ihrer Übermittlung je nach der Ent-
fernung mehr oder weniger Posttage erfordern, und kürzere und
längere Sichten für Wechsel bis 8 Tagen und solche bis 6 und
9 Monate Laufzeit. Diese Verschiedenheit der Sichten äußert sich
in Zinsdifferenzen, deren Berechnung der Zinsfuß des Zahlungsortes
der Devise zugrunde gelegt wird,
Der Handel mit Devisen wird immer weniger an den Börsen
und in immer größerem Maße von den Banken betrieben. Diesen
*) Die Devisen sind nur ein Teil der internationalen Zahlungsmittel,
allerdings der wichtigste. Denn Edelmetalle und Valuten scheiden immer mehr
aus infolge der hohen Versendungsspesen und des großen Risikos, Kupons,
verloste Wertpapiere, Kreditbriefe spielen eine untergeordnete Rolle. Die
Saldi des Postanweisungsverkehres werden schließlich durch Devisen be-
glichen und der entstehende internationale Giroverkehr besteht aus Über-
weisungen und fügt sich daher in die obige Begriffsbestimmung ein.