fullscreen: Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion

- 3 9 - 
delt worden wäre. Das muß man nach den Feststellungen 
Turbas über den Krönungseid und seine Bedeutungs 
verschiebung verneinen. 
Die hier so wichtige, als «jesuitisch » viel geschmähte 
elastische Revisionsklausel des Krönungseides, die als eine 
Änderung der Widerstandsklausel der ungarischen Magna 
Charta [G. A. XXXI : 1222] in ihr Gegenteil aufzufassen ist, 
ist auf Königsegg zurückzuführen. Aus seiner oben erwähnten 
Grundidee geht der Zweck der Klausel, für den übrigens 
auch die öffentliche Meinung Europas war, klar hervor: 
Neugestaltung, Modernisierung Ungarns durch 
weiteren Ausbau der monarchischen Gewalt, zum 
Schutze gegen die Türken. Der Rechtszustand sei zu garan 
tieren, aber « wie Eß wierdet verglichen werden ». G.A. I : 
1687 : « quod Nos ecclesias Dei, dominos praelatos, barones, 
nobiles, civitates liberas et omnes regnicolas in suis immu- 
nitatibus et libertatibus, iuribus, privilegiis ac in antiquis 
bonis et approbatis consuetudinibus, prout super eorum 
intellectu et usu regio ac communi statuum con- 
sensu diaetaliter conventum fuerit, conservabimus ; 
omnibusque iustitiam faciemus ; Serenissimi quondam An- 
dreae regis decreta [exclusa tarnen et semota articuli 31. 
eiusdem decreti clausula, incipiente : quodsi vero nos etc. 
usque ad verba : in perpetuum facultatem] observabi- 
mus ; ... . » Wie Turba zeigt, gilt die Revisionsklausel für 
den ganzen Rechtszustand. Sie war mit Vorbedacht mög 
lichst allgemein gehalten. Nach dem Krönungsdiplom 
Josephs kann sie auf jedes ältere Gesetz und jeden gesetzlich 
zu regelnden Gegenstand bezogen werden. Sie bildet eine 
vorzügliche Illustration zu den von Tezner in seinem Buch 
«Technik und Geist des ständisch-monarchischen Staats 
rechts » 1 entwickelten Gedanken. Es ist ganz selbstver 
ständlich, daß sie Franz II. Räkoczy, der ständische Ver 
fechter der Wahlkapitulationen, aufs heftigste bekämpfen 
mußte, bis er und die durch ihn repräsentierte Konkurrenz- 
1 Staats- und sozialwissenschaftliche Forschungen, heraus 
gegeben von Schmoller, Bd. XIX, Heft 3, Leipzig 1901.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.