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tischen Ozean gingen und Pelze von da nach Kanton
brachten, die mit großem Profit verkauft wurden. Für die
Teefrachten, die er dort aufnahm, brauchte er die enormen
Zölle an die Regierung der Vereinigten Staaten erst in
anderthalb Jahren zu zahlen. Er aber verkaufte diese
Teefrachten gegen gute vier- und sechsmonatliche Wechsel,
vielleicht sogar gegen Kasse, so daß er achtzehn oder
zwanzig Jahre lang von der Regierung eigentlich ein zins-
freies Darlehn von über fünf Millionen Dollar hatte.“
Es ist im höchsten Grade bezeichnend für den Charakter
einer von kommerziellen Interessen beherrschten Regierung,
daß man Astor im Westen Raub und Mord erlaubte, während
dieselbe Regierung ihm wie den anderen Reedern im Osten
die freie Benutzung von Geldern gestattete, die aus der
Besteuerung des ganzen Volkes, d. h. vor allem der Arbeiter,
stammten. Dafür betrogen die begünstigten Klassen, be-
wußt oder unbewußt, freiwillig oder unfreiwillig die Re-
gierung um fast die Hälfte der vorgestreckten Summen.
Vom Beginn der Vereinigten Staaten bis 1837 gab es neun
verschiedene Handelskrisen, die für die Lohnarbeiter ent-
setzliches Elend mit sich brachten. Griff die Regierung
ein und half ihnen? Niemals. Aber während all dieser
Jahre überließ sie den Reedern bereitwilligst öffentliche
Gelder und war außerordentlich nachsichtig mit ihnen,
wenn sie nicht bezahlten. Von 1789 bis 1823 verlor die
Regierung über 250 Millionen Dollar an Zöllen, die die
Reeder nicht zahlen konnten oder nicht zahlen wollten.
Und keinerlei Strafverfahren wurde gegen irgendeinen
von diesen Defraudanten eingeleitet.
Astors Monoßole
Astors Profit an einer einzigen Fahrt nach China erreichte
zuweilen 70000 Dollar; der Durchschnittsertrag jeder
Reise war 30 000 Dollar. Während des Krieges 1812 bis
1815 stieg der Preis für Tee auf das Doppelte. Astor hatte
immer Glück damit, daß seine Schiffe dem Kapern ent-
gingen. Eine Zeitlang war er der einzige Kaufmann, der
eine Ladung Tee auf den Markt bringen konnte. Er setzte