dererseits war die wirtschaftliche Lage so gespannt, daß
jede Erhöhung der Produktionskosten, so auch ein Lohn-
mehraufwand, die Produktion selbst zu gefährden schien.
Wenn also auch die hygienische Seite des Schichtproblems
den Ausgangspunkt für die Regulierung der Arbeitszeit
durch jene Verordnung des Reichsarbeitsministers!) bildete,
So steht doch seine wirtschaftliche Seite im Brennpunkte
der Frage. Infolgedessen erscheint es gerechtfertigt, die
systematische Bearbeitung dieser Seite des Schichtproblems
bei der vorliegenden Untersuchung in den Vordergrund zu
stellen und seine hygienische wie seine kulturelle Seite
nur so weit in Betracht zu ziehen, als die innige Ver-
knüpfung und die gegenseitigen Beziehungen dieser drei
Teilprobleme es erfordern. Jede Erörterung über die wirt-
schaftlichen Auswirkungen des Zwei- und Dreischichten-
systems in Hochofenbetrieben muß unfruchtbar oder einseitig
bleiben, wenn nicht zuvor alle Kausalzusammenhänge, die
hier in Frage kommen, mit ihren wechselseitigen Be-
ziehungen und Abhängigkeiten aufgedeckt sind. Diese
Problematik der wirtschaftlichen Auswirkungen des Zwei-
und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben bildet den
Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.
$ 3. Methode und Gang der Untersuchung.
Die Entfaltung unserer Problematik muß sich an den
Gang der Fragestellungen anschließen, die sich bei einer
Behandlung der wirtschaftlichen Seite des Schichtproblems
ergeben: Beim Übergang vom Zwei- zum Dreischichten-
System tritt infolge Vermehrung der Belegschaft eine Steige-
rung des Lohnaufwandes ein, die eine Minderung, ja schließ-
lich eine Aufhebung der Rentabilität zur Folge hat. Da-
mit tritt deutlich der Konnex von Arbeitszeit und Arbeits-
7%) Vel. 8. 2, Anm. 3.
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