Full text: Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

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Grenze findet und eine Steigerung darüber hinaus nur 
möglich wird, wenn die Hochofenprofile eine Vergrößerung 
erfahren. Daß auch dieser Weg zur Steigerung der Pro- 
duktion gegenwärtig beschritten wird, ergibt sich daraus, 
daß z. B. in einem Betrieb der Klöckner-Werke ein Hoch- 
ofen durch Umbau ‚eine Verdoppelung der Tagesproduktion 
erreichte !). Andererseits ist die Höhe der Tagesproduktion 
in gewissem Umfange abhängig von der Qualität des Roh- 
eisens, die erzielt werden soll, je nachdem wofür man das 
Roheisen weiter verwenden will. Der „Durchsatz“ von 
Thomaseisen, das im Stahlwerk weiterverarbeitet wird, 
braucht nur 12—18 Stunden. während er bei Herstellung 
von Gießerei-Roheisen, das sofort in der Gießerei zum Guß 
benutzt werden soll, 24 Stunden dauert. Daher kann in 
dem einen Falle 100%, mehr ausgebracht werden, ohne 
daß das jeweilige Schichtsystem einenbestimmenden Einfluß 
darauf ausüben könnte. Eine Beschleunigung des Hoch- 
ofenprozesses bei Herstellung von Gießereiroheisen über 
das normale Maß hinaus würde seine Qualität der des 
Thomaseisens so annähern, daß er für seinen besonderen 
Zweck unbrauchbar wäre. 
Aus diesen Ausführungen geht hervor, daß die ab- 
soluten Veränderungen der Erzeugungsmenge im Hoch- 
ofenbetrieb zunächst keinesfalls unmittelbar durch den 
Wechsel des Schichtsystems entscheidend beeinflußt werden, 
sondern auf die verschiedenartigsten anderen Ursachen zu- 
rückzuführen sind. Der jeweilige Einfluß einer Veränderung 
der Arbeitszeit auf die Höhe der Produktion kann also 
nur dann gemessen werden, wenn alle anderen Faktoren, 
die auf die Produktion einwirken, gleich geblieben sind 
oder sich in ihrer Auswirkung zahlenmäßig erfassen lassen. 
Allerdings kann eine absolute Steigerung der Erzeugungs- 
1) Vgl. die erste Montanbilanz in „Deutsche Allgemeine Zeitung“, 
Reichsausgabe, 20. Sept. 1925.
	        
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