Full text: Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

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mit sich, daß die Arbeiter zum großen Teil veranlaßt 
wurden, in der Freizeit sogenannte „Schwarzarbeit“ zu 
leisten, und daher ermüdet zur Schicht kamen. 
Auch die spezielle wirtschaftliche Lage des 
Hochofenwerkes hatte nach dem Kriege dadurch eine be- 
sondere Veränderung erfahren, daß der Absatz durch neue 
Grenzziehung und durch eine früher in dem Maße nicht 
vorhandene und nicht mögliche Konkurrenz des Auslandes 
auf ein kleineres Gebiet beschränkt war. Damit waren 
Absatzbedingungen geschaffen, die immer erneut ein 
„Stoppen“ der Produktion verlangten, wie es ja z. B. für 
zwei Monate des Jahres 1923 festgestellt wurde (s. S. 46). 
Als innere Faktoren gelten die Betriebsverhält- 
nisse und die Arbeitsintensität. In welchem Ausmaße 
eine Veränderung des ersten Faktors in den verschiedensten 
Richtungen vorlag, kam in unseren Ausführungen immer 
erneut zum Ausdruck; auch hieraus ergibt sich, daß die 
Veränderung der arbeitsstündlichen Produktion unmöglich 
auf die Arbeitszeitveränderung allein oder auch nur Vor 
allem auf sie zurückzuführen ist. Der Abnutzungsgrad 
der Maschinen und Apparate wurde schon erwähnt: Die 
Hochöfen, die sonst nur eine Lebensdauer von 6 Jahren 
haben, standen bereits 10 Jahre unter Feuer. Ferner 
gehört hierher besonders die in Umfang wie Qualität ver- 
schiedene Zusammensetzung der Belegschaften vor und 
nach dem Kriege, die schon bei Untersuchung der Beleg- 
schaftsstatistik behandelt wurde (s. S. 30 ff.); insbesondere 
mußte die hohe Zahl der hier beschäftigten Kriegs- 
beschädigten ungünstige Wirkungen für den Betrieb zeitigen, 
die auch in der niedrigen Kopfquote an Ertrieb zum Aus- 
druck gelangten. Bei Rückkehr zum Zweischichtensystem 
führte umgekehrt die Anschaffung des Schlagwerkkranes 
zu einer Verringerung der Belegschaften, die sich in einem 
Steigen der Kopfaquote auswirkte.
	        
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