Contents: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

36 
ansässigen Bankiersfamilien Ladenburg, während den Aufsichts 
ratplatz des stellvertretenden Vorsitzenden und einen weiteren 
Sitz hierin die Berliner Discontogesellschaft innehatte. 
Die Beweggründe, die die Herren Ladenburg veranlaßten 
ihren alleinigen Einfluß aufzugeben, liegen hauptsächlich in den 
damaligen Wirtschaftsverhältnissen: Dem sich gewaltig steigernden 
Kredit-Bedürfnis der Industrie und des Handels Mannheims konnte 
die alte Firma als Privat-Bank nicht mehr in ausreichendem 
Maße gerecht werden, da sie als solche ihre Betriebsmittel nicht 
beliebig vermehren kann, wie dies bei einer Aktiengesellschaft 
bis zu einem gewissen Grade der Fall ist. 
Um daher bez. ihrer Kapitalstärke auf ihrer bisherigen Höhe 
zu bleiben und zugleich der steigenden Konkurrenz der anderen 
Kredit-Banken gewachsen zu sein, sahen sie sich dem Strom 
der Zeit folgend genötigt, die alte Privat-Bank umzugründen. 
Das Gründungskapital der neuen A.-G. betrug 20 Mill. M., während 
sie gleich zu Beginn ihrer Geschäftstätigkeit sich kommanditistisch 
an dem Frankfurter Privatbankhaus E. Ladenburg mit 5 Mill. M. 
beteiligte. Welche Höhe umgekehrt die Beteiligung letzteren 
Bankhauses und insbesondere der Berliner Discontogesellschaft 
an der Süddeutschen Discontogesellschaft A.-G. erreicht hat, geht 
aus den Geschäftsberichten beider Aktienbanken nicht hervor, 
obschon gerade die Kenntnis der Höhe des Aktienbesitzes 
der Berliner Großbank von hohem Interesse wäre. Dadurch, 
daß das Direktorium fast ausschließlich aus Mitgliedern der 
Ladenburgschen Bankierfamilie bestand, konnte die junge A.-G. 
die Vorteile ihrer jetzt gesteigerten Kapitalkraft verbinden mit 
den Vorzügen, die eine Privatbank über korporative Bankgesell 
schaften besitzt: die eingehendste, meist persönliche Kenntnis 
ihres Kundenkreises. Hierdurch war es auch gelungen, der Bank 
den starken Zustrom von Depositen zu erhalten, der sie schon 
vor ihrer Umgründung vor den anderen Mannheimer Banken 
ausgezeichnet hatte und welchen sie eben diesem engen Personal 
konnex zwischen Bankdirektorium und dem geldgebenden Publikum 
mit verdankt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.