Full text: Theorie der forstlichen Oekonomik

Verhältnis des laufenden Reinertrages zu den festen Kosten. 67 
Anlagekapital zugrunde, soweit das sich überhaupt noch feststellen läßt, 
so wird gerade wegen der langen Wirtschaftsperiode der Gewinn der 
Forstwirtschaft bei schon lange in geordnetem Betriebe befindlichen Wäldern 
— Ñ und das sind doch die meisten - sehr hoch sein!).“ 
Cine Rentabilitätsrechnung, wie sie Liefmann im Auge hat, würde 
nach Ansicht des Verfassers keinerlei praktische Bedeutung haben können. 
Ist das Anlagekapital gleich Null, so ist das Verzinsungsprozent gleich 
Unendlich, ohne Rücksicht auf die absolute Höhe des Reinertrages. Der 
Zweck der Rentabilitätsrechnung, die Prüfung der wirtschaftlichen Leistung 
verschiedener Betriebe und verschiedener Wirtschaftsverfahren, ist auf diesem 
Wege nicht zu verwirklichen. 
In Konsequenz der von ihm vertretenen Auffassung erklärt Liefmann 
für die Vergleichung der Rentabilität verschiedener Jahre die Feststellung 
von veränderten Vermögenswerten des Waldes als nicht brauchbar; es 
komme vielmehr nur die Vergleichung an einem feststehenden Anlage- 
kapital oder mit der jeweils festgestellten Holzmasse in Betracht?). 
Die Richtigkeit auch dieser Ansicht muß bestritten werden. Wenn 
das Ver hält ni s von Reinertrag und festen Kosten oder mit anderen 
Worten das Verzinsung s pr o z en t den Maßstab der Rentabilität 
bilden soll, so steht nichts dem im Wege, daß die Rentabilitätsrechnung 
bei verändertem Kapital erneut durchgeführt wird; die Verzinsungsprozente 
bleiben durchaus vergleichhar. Es ist ja gerade die Besonderheit des 
forstlichen Betriebes, daß das Holzvorratskapital durch den Zuwachs 
Anderungen erleidet; aus diesem Grunde sind die Grundsätze der kauf- 
männischen Bilanzierung so schwer mit den Erfordernissen des forstlichen 
Betriebes in Einklang zu bringen. – Ein Mangel an Folgerichtigkeit 
scheint mir darin zu liegen, daß Liefmann eine Vergleichung der Rentabilität 
nur an einem feststehenden Anlagek apital, aber an der 
jeweils festgestellten Holzma sse für zulässig erachtet. Es 
ist nicht einzusehen, weshalb die Holzmasse als Grundlage der Rechnung 
anders behandelt werden sollte als das Anlagekapital. 
Ebenso, wie über die Bemessung der festen Kosten, gehen auch über 
den lauf enden Reinertrag der Forstwirtschaft die 
Ansichten weit auseinander. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß im 
allgemeinen der Ertrag mit der Nutzung gleichgesetzt wird, ohne Rücksicht 
!) Derselbe, Nationalökonomie und Waldwertrechnung, i. d. Allg. Forst- 
u. Tagdztg., Juniheft 1924, S. 246. 
?) Robert Liefmann, Volks-, Privat- u. Forsstwirtschaftslehre, i. d. Z. f. 
F. u. I., Märzheft 1925. S. 174. 
F
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.