Metadata: Preußisches Landbuch

herrührend, betrügt der Fonds 20 Thlr. Die Zinsen à 5 pCt. sollen 
einer oder zwei der Unterstützung bedürftigen armen Personen des Orts, 
gleichviel von welchem Geschlecht und welcher Konfession, die das 70ste 
Lebensjahr überschritten haben, zu Theil werden. Die Verwaltung 
führt der Ortsgeistliche unter Assistenz der Ortsgerichte. 
Borrmann sch e Stiftung zn Goldberg. 
Die Wittwe des Kommerzien-Raths Borrmann geb. Pfennig er in 
Goldberg vermachte (I860) der dortigen evang. Kirche 500 Thlr. mit 
der Bestimmung, daß die Zinsen des Kapitals jährlich an dem Ge- 
burts- und Todestage ihres verstorbenen Gatten an 12 verarmte wür 
dige Goldberger Bürger oder Bürgerinnen in gedachter Kirche durch 
den Pastor zn gleichen Theilen vertheilt werden sollen. Ein gleiches 
Capital erhielt das dortige Rettungshaus für verwahrlose Kinder, mit 
der Bestimmung, daß die Zinsen davon zum Besten dieser Anstalt ver 
wendet werden und daß, wenn die Verwaltung dieser Kinderbcssernngs- 
Anstalt beschließen sollte, ihre Wirksamkeit niederzulegen, dieses Kapital 
ungeschmälert dem Hospital in Goldberg zur Speisung der Bewohner 
zufallen soll. 
Borrmannsches Legat filr Taubstumme. 
Das Kapital besteht in 000 Thlr. und werden die Zinsen zur Beklei 
dung armer Taubstummen der Stadt Erfurt verwendet. 
Kart Borromäus-Stiftung zn Warendorf. 
Ein gegen Ende 1857 begründetes Institut zum Zweck der Erziehung 
armer verlassener Kinder katholischer Konfession. Die Anzahl der ans 
Kosten der Stiftung in der Anstalt versorgten Kinder belief sich im 
Jahre 1859 auf 10. 
Karl Borromäus -Verein. 
Im Jahre 1844 zu Bonn gestiftet und demnächst in die katholischen 
Provinzen des Staats verzweigt, ist der Zweck dcö Vereins Belebung 
christlicher Gesinnung und Anregung zu einer derselben entsprechenden 
Werkthätigkeit. Das nächste Ziel ist das Streben, dem verderblichen 
Einflüsse, den die schlechte Literatur auf alle Klassen der bürgerlichen 
Gesellschaft ausübt, durch Begünstigung und Verbreitung guter Schrif 
ten, Gründung und Vermehrung katholischer Volks-Bibliotheken rc. ent 
gegen zn wirken. Im Jahre 1863 bestand die Einnahme in 56,260 
Thlr.; Schlesien zählte 8 Bezirksvereine: Berlin, Goldberg, Franken 
stein, Breslau, Leobschütz, Oppeln, Groß-Glogau, Langenbielau, denen 
wiederum 105 Hilfsvereine untergeordnet waren. Die Diöces Bres 
lau lieferte zur Gesammt-Einnahme die Summe von 5660 Thlr. und 
Zwar an Jahresbeiträgen 3045 Thlr., für bestellte Bücher 2617 Thlr. 
Wilhelm Helander van Borsselnsche Stiftung, 
zur Unterstützung der Armen der Stadt Kleve. Kapital 7000 Gulden, 
wovon 2000 auf die katholischen, 4000 auf die evangelischen, 500 auf 
die mennonitischen und 500 auf die jüdischen Armen fallen.
	        
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