Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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Und wie wir schon bemerkt haben, gelten dieselben Gesetze 
auch für die Tauschwirtschaft. Auch hier beherrscht das Prinzip 
des kleinsten Kraftmaßes nicht allein das Gebiet der Produktion, 
sondern auch das der Konsumtion, indem man subjek- 
t i V denjenigen Gegenständen größeren Wert zuschreibt, die mehr 
Arbeit erfordern. Das wirtschaftende Subjekt kennt den rela 
tiven Wert des Produkts, das es gegen ein anderes austauscht. 
Wenn es sein Produkt veräußert, so, um an Arbeit zu sparen. 
Denn, wie wir schon ausgeführt haben, findet ein Austausch bloß 
zwischen Wirtschaften mit verschiedener Arbeitsproduktivität 
statt. Jeder sucht durch Austausch sich solche Gegenstände zu 
verschaffen, die er in seiner eigenen Wirtschaft nur mit größerem 
Arbeitsaufwand gewinnen kann. Was dient also als Gradmesser 
der austauschbaren Gegenstände? Augenscheinlich der relative 
Arbeitswert dieser Produkte. Ebenso bildet aber auch der Arbeits 
wert das Kriterium der subjektiven Wertschätzung. Eben weil keine 
Wirtschaft gegen einen Gegenstand, der ein noch so dringendes 
Bedürfnis befriedigt, Produkte hergeben wird, die ihr viel mehr 
Arbeit kosten, als sie auf die Herstellung dieses Gegenstandes 
selbst aufwenden muß. So wird niemand für ein Klafter Holz 
ein Paar Schuhe geben, wenn er ein Klafter Holz in drei Tagen 
zusammenhauen kann, während die Herstellung von Schuhen 
sechs Tage in Anspruch nehmen würde. Dies würde dem Prinzip 
der Kraftersparnis widersprechen, ebenso wie wenn ein Mensch, 
statt auf den Beinen, auf den Händen herumgehen würde. Im 
Zirkus sieht man oft Menschen, die auf den Händen herumlaufen. 
So wenig dies das allgemeine Prinzip des kleinsten Kraftmaßes 
widerlegt, nach dem sich. die menschliche Tätigkeit richtet, so 
wenig kann man sich auch auf das Beispiel des „Glases Wasser 
in der Wüste“ das von den Grenznutzentheoretikern angeführt 
wird, berufen, um die normalen Erscheinungen des Wirtschafts 
lebens zu erklären. 
Marshall sucht, wie die anderen Theoretiker der Grenznutzen 
theorie, den Austausch zwischen einzelnen Familien nicht durch 
die Verschiedenheit in der Arbeitsproduktivität, sondern durch 
den Unterschied in der Menge der vorhandenen Produkte in jeder
	        
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