14* „Arminia“, Deutsche Lebensversicherungsbank, Aktiengesellschaft in München.
des Mannes. Nach I5jähriger Zugehörigkeit zur Kasse kann ein Mitglied nur
mit Pension aus den Diensten der Arminia entlassen werden.
Das am i. Januar 1913 in Kraft getretene Angestellten - Versicherungsgesetz
macht eine abermalige Umgestaltung der Kasse notwendig. Mit Zustimmung der „Ar
minia“ soll dafür die den Mitgliedern vorteilhafteste Form der Umwandlung in eine „Zu
lagekasse“ gewählt werden. Dabei bleibt den Beamten die Anwartschaft auf die bisherigen
hohen Pensionen voll erhalten, derart, daß die Kasse die reichsgesetzlichen Renten auf die
satzungsmäßige Höhe ergänzen wird.
DIE GESAMTAUFWENDUNGEN der Lebensversicherungsbank Arminia für ihre Be
amtenpensionskasse betrugen bisher:
Geschäftsjahr:
Aufwendungen:
Geschäftsjahr:
Aufwendungen:
Geschäftsjahr:
Aufwendungen:
1902
10 000,— M.
1906
16 535,21 M.
1910
26 837,88 M.
1903
8 622,90 ,,
1907
29 478,08 „
1911
28 I7U90 „
1904
11 939,67 „
1908
22329,97 ,,
1912
29 136,83 „
1905
12 406,18 ,,
1909
25352,21 „
zusammen:
220 810,83 M.
Setzt man diesen Betrag ins Verhältnis zu den Überschüssen, welche die Bank im
gleichen Zeitraum an ihre Aktionäre verteilt hat, so ergibt sich eine freiwillige Steuer
von mehr als 10% der Aktionärdividende zugunsten der Beamtenversorgung.
Die von der Bank getragenen Beiträge für die reichsgesetzliche Kranken-, Alters- und
Invaliditätsversicherung sind dabei nicht inbegriffen.
Ende 1912 betrug die Zahl der der Kasse angehörenden Beamten 119 und das Ver
mögen 317 325,57 M.
H. W. Appel, Hannover.
Nahrungsmittel-Fabrik und Delikatessen-Großhandlung.
Gegründet 1879. — Ungefähr 400 Angestellte.
In der Erkenntnis, daß in der Nahrungsmittelindustrie die Sauberkeit des arbeitenden
Personals nicht von der gesundheitlich einwandfreien Herstellung der Waren getrennt
werden kann, sind zum Wohle der Arbeiter der Firma eine Reihe
SOZIALHYGIENISCHER WOHLFAHRTSEINRICHTUNGEN getroffen. Es werden
wöchentlich kostenlos ununterbrochen Wannen- und Brausebäder verabreicht; die
Badezeit wird als Arbeitszeit bezahlt. Tadellose, neuzeitliche Lüftungsanlagen führen allen
Arbeitsräumen, die, wo es sich um Behandlung der Waren selbst handelt, an den Wänden
mit weißen Fliesen ausgelegt sind, ständig frische Luft zu. Ein jährlicher Sommer
urlaub soll die körperliche Frische der Angestellten erhalten und eine Leihbücherei
ihrer geistigen Förderung und einer nutzbringenden Beschäftigung in den Feierstunden
dienen. Der Wert dieser Leihbücherei liegt darin, daß an die Angestellten nur literarisch
wertvolle Bücher und zwar kostenlos während der Arbeitszeit ausgegeben werden. Dem
allgemeinen sozialen Denken der Zeit aber verdankt noch eine Arbeiterkantine, in der
Getränke unter Einstandspreis abgegeben werden, ihre Entstehung.