108 VII. Die Gemeinde und der Kultus.
und Bart scheren ließ und vor einem ordinierten Mönch dreimal
in ehrfurchtsvoller Haltung die „Drei Zufluchten" (S. 76) aus
sprach. Einige Texte lassen der Aufnahme eine Probezeit von
vier Monaten vorausgehen, falls der Aufzunehmende Mitglied
einer andersgläubigen Sekte war. Andere legen die Probezeit
nur vor die Upasampada. Buddha machte davon eine Ausnahme.
Wenn sich ein Säkya, also ein Mitglied seiner Familie, der vorher
andersgläubig gewesen war, zum Eintritt meldete, so sollte er
ohne Probezeit ordiniert werden. „Dieses Privileg bewillige ich
meinen Verwandten", läßt ihn der Text sagen. Der Novize
wählte sich zwei Lehrer, die er zu bedienen und ehrfurchtsvoll
zu behandeln hatte, wofür sie ihn in die Lehre Buddhas ein
führten.
Umständlicher war die Upasampada. Sie erfolgte vor der
versammelten Gemeinde, von der wenigstens zehn vollberechtigte
Mitglieder anwesend sein mußten. Zunächst mußte der Lehrer
des Aufzunehmenden unter der Versicherung, daß der Aufnahme
nichts im Wege stehe, einen formellen Antrag stellen. Der Kandi
dat trat dann ein, in demütiger Haltung, mit dem Obergewand
über der linken Schulter, verbeugte sich tief vor der Versammlung,
setzte sich auf die Erde und bat dreimal, indem er die gefalteten
Hände erhob, um Aufnahme. Der Vorsitzende richtete darauf
nach ernstlicher Vermahnung, die Wahrheit zu sagen, dreimal an
ihn die Fragen: „Hast du Beulen, Aussatz, Schwindsucht, Epilepsie?
Bist du ein Mensch? Ein Mann? Unabhängig? Hast du keine
Schulden? Stehst du im Dienste des Königs? Haben dir die
Eltern die Erlaubnis gegeben? Bist du volle zwanzig Jahre
alt? Hast du alles, Betteltopf und Kleider? Wie heißt du?
Wie heißt dein Lehrer?" Fallen die Antworten befriedigend aus,
so spricht der Vorsitzende dreimal: „Die hohe Gemeinde höre auf
michl Dieser 17. N., der Schüler des ehrwürdigen X. N., wünscht
die Upasampada. Nichts hindert ihn daran. Er hat alles, Bettel
topf und Kleider. Dieser 17. 17. bittet die Gemeinde um die üpa-
sampadä mit dem N. 17 als Lehrer. Wenn es der Gemeinde gut
scheint, so möge die Gemeinde dem 17.17. die Upasampada erteilen
mit dem 17. 17. als Lehrer. Das ist der Antrag. Die hohe Ge
meinde höre auf michl Dieser 17.17., der Schüler des ehrwürdigen
17.17., wünscht die Upasampada. Nichts hindert ihn daran. Er
hat alles, Almosenschale und Kleider. Der 17. 17. bittet die Ge
meinde um die Upasampada mit dem 17. 17. als Lehrer. Die