Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

102 Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
sind in dem Kampfe gegen den Kapitalismus Verbündete! 
Möchte das klärende Wort bald ertönen! 
Es ist keine Utopia, was wir unseren Lesern vorführten, 
denn alles, was wir erstreben, trägt den angeborenen Be 
dürfnissen des Individuums nach freier Selbstbestimmung wie 
den berechtigten Forderungen der Gesellschaft Rechnung. 
Es kann nicht unsere Aufgabe sein, in eine ausführliche 
Kritik der unmöglichen Zustände einzugehen, welche die 
sozialdemokratische Propaganda ihren Gläubigen vorpredigt. 
So wahnwitzig der Traum der sozialdemokratischen Welt 
ordnung ist und nur unter dem Schutze eines Gesetzes, 
welches die freie Diskussion abschnitt, um sich greifen 
konnte, so berechtigt ist der Kampf der Arbeiter gegen die 
Ausbeutung, welche gerade auf ihnen, dem letzten Gliede 
der bisherigen sozialen Ordnung, ruhte. Und in diesem 
Ringen werden jenen nicht nur alle beistehen, welche von 
ihrer Arbeit leben, sondern auch die, welche herzliches 
Mitleid mit ihren Brüdern empfinden und mit Ingrimm gegen 
jegliche Ausbeutung als Verletzung der Gerechtigkeit, er 
füllt sind. Was der Sozialdemokratie als wichtigstes Ziel 
vorschwebt, aber sich nie auf ihren Wegen erfüllen kann, 
die wirtschaftliche und soziale Befreiung der Arbeit, das 
wird der humanistische Sozialismus in hohem Maße voll 
bringen. Ohne in den freien Arbeitsvertrag einzugreifen, 
— wird, wenn Rente, Zins und Unternehmergewinn ver 
schwunden sein werden, jedem der volle Lohn seiner Tätig 
keit gesichert sein. 
Daß die Dinge, wie bisher, nicht weiter gehen können, 
davon ist wohl jeder denkende und fühlende Mensch über 
zeugt. Nur über die Wege und das Tempo der Reformen 
ist man sich nicht einig. Und dennoch drängt die Zeit, 
der Zeiger rückt weiter auf zwölf, und finster droht eine 
gräßliche Katastrophe, um alles zu verschlingen. Wo aber, 
fragen wir, gibt es einen Weg, welcher geeigneter wäre,
	        
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