Full text: Kameralwissenschaften und vergleichende Betriebswirtschaftslehre

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Zweck, Absicht und Nutzen, Vermögens- und Einkommens- 
gestaltung sowie Personenfragen zieht die wesentlichsten 
Probleme bereits ans Licht. 
Wenn 70 Jahre später Karl Rau den Problemkreis der 
Privatökonomie untersucht und ihm zuweist: die Unter- 
suchung des Arbeitsprogrammes und der Arbeitsordnung, 
der Kapitalien, der Mittel, um Ausgaben zu sparen und die 
Erlöse zu vergrößern, sowie der Rechnungsführung, so ba- 
siert auch er auf Zinckeschen Gedanken. 
Die stärkste Ausbildung Zinkescher Ideen findet sich 
aber bei Baumstarck, dem letzten bedeutenderen kamera- 
listischen Systematiker und Encyklopädisten. 
Schon seine allgemeine Wirtschaftslehre ist Zinckesche 
Generalökonomie vermischt mit Rauschen Gedankengängen. 
Am deutlichsten aber wird der Zinckesche Einfluß in 
seinem System der verschiedenen Privatökonomien. 
Hier wird erstmals der Versuch unternommen, die Ein- 
zelprobleme der verschiedenen Privatökonomien lückenlos 
unter die gleichen Gesichtspunkte unterzuordnen. Nachdem 
Baumstarck das Technologische unter der Bezeichnung Ge- 
werbslehre überall streng ausgesondert hat, faßt er das 
Betriebswirtschaftliche. unter dem selbständigen Ausdruck 
Betriebslehre für jede Privatökonomie zusammen. 
So entstehen bei ihm die Bergmännische Betriebslehre, 
die Land- und Forstwirtschaftliche, und drei merkantile Be- 
triebslehren: die Werkmännische, die Umsatz- und die 
Dienstbetriebslehre, 
Innerhalb jeder dieser Betriebslehren behandelt er den 
Fragenkomplex einheitlich nach 5 Hauptgesichtspunkten, und 
zwar: den allgemeinen Bedürfnissen, insbesondere Kapital 
und Arbeit; der Organisation der Betriebe, insbesondere 
Betriebsform; der Betriebsleitung, insbesondere Betriebs- 
systeme; der Betriebswirtschaft, worunter er das Rech- 
nungswesen versteht, und der Ertragsanschläge. 
Hiermit ist die höchste Stufe der betriebswirtschaft- 
lichen Systematik im Kameralismus erreicht. Daß dabei das
	        
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