Object: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Steinkohle 
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Steinpilz 
Kohlenschätze, deren Wert um so höher ist, als 
sie leicht zugänglich sind und vielfach nahe am 
Meere liegen. Sie sind aber der Erschöpfung 
näher als die Vorräte Deutschlands, das sehr 
ergiebige Flötze im Saargebiet, ferner zwischen 
Lüttich und Aachen, in Westfalen, im Ruhr 
gebiet, in Sachsen und besonders in Oberschlesien 
besitzt. Die deutsche Förderung belief sich in 
den letzten Friedensjahren auf 153 Millionen 
Tonnen im Werte von 11/2 Milliarden Mark. Die 
gesamten Vorräte wurden zu 158 Milliarden 
Tonnen geschätzt, deren Erschöpfungsdauer auf 
über ein Jahrtausend hinausgeht. Reich an 
Kohlen sind vor allem auch Belgien und China. 
— Nach ihrem Aussehen, ihrer Herkunft und 
Zusammensetzung unterscheidet man zahlreiche 
Kohlensorten. Die zwei Hauptabteilungen bilden 
die sog.fette und die magereKohle, vondenen 
die erstere bei der trocknen Destillation eine 
große Ausbeute an gasförmigen Stoffen liefert. 
In England unterscheidet man Back-, S'plint- 
oder harte Kohle, Kirschkohle oder weiche 
Kohle, Kännel- und Bogheadkohle. Die 
Kannel-K. (Candle- oder Kerzenkohle) gehört zu 
den Sandkohlen, ist am reichsten an Bitumen, 
daher von niedrigem spez. Gew., sehr leicht ent 
zündlich und brennt mit schön weißer, langer, 
kerzenartiger Flamme. Neben 74,50/0 Kohlenstoff 
enthält sie 5,4% Wasserstoff und 19.6°/o Sauer 
stoff, ist aber sehr arm an Asche. Bei der 
trockenen Destillation gibt sie 44% flüchtige 
Stoffe ab und bildet daher eine vortreffliche 
Gaskohle. Die schottische Bogheadkohle, die 
eigentlich eher als ein fester, nicht abfärbender 
Brandschiefer anzusehen ist, verhält sich der 
vorigen ganz gleichartig. Nach anderen, be 
sonders mineralogischen Gesichtspunkten unter 
scheidet man noch folgende Sorten: Glanz 
kohle, eine spröde, samtschwarze Kohle von 
starkem Glanze und muscheligem Bruch, wird 
hauptsächlich zur Herstellung von Leuchtgas 
benutzt. Pechkohle gehört wegen ihres hohen 
Bitumengehaltes zu den Back- oder Sinterkohlen. 
Sie ist schwarz und pechglänzend, nicht ab 
färbend, besitzt muscheligen Bruch und ist leicht 
entzündlich. Die Rußkohle (Faserkohle) ist 
"weich und glanzlos, oft beinahe erdig und stark 
abfärbend. Die Schieferkohle besteht aus 
Parallelen Schichten von teils glänzender, teils 
Platter Oberfläche und würfligem oder splittrigem 
Bruch. Nach der Dicke der Schichten teilt man 
sie in Grobkohle und Blätterkohle. Anthrazit 
endlich ist eine harte, schwarz glänzende Masse 
von muscheligem Bruch und hohem spez. Gew. 
In chemischer Hinsicht kommt er dem Graphit 
am nächsten, besteht fast ganz, zu 92—97 0/0, aus 
Kohlenstoff, ist daher schwer entzündlich und 
brennt langsam ohne Flamme und Rauch. Er 
eignet sich nicht zur Herstellung von Leuchtgas, 
bildet aber, besonders in Amerika und für sog. 
amerikanische Öfen, ein wertvolles Heizmittel. 
Mach der Größe der Stücke unterscheidet man 
noch Stückkohle, Würfelkohle, Knorpel 
kohle und Ko hlen kl ein. Das letztere wird 
nieist zu Briketts (s. d.) verarbeitet. Die Stücke 
unterwirft man bisweilen einem Waschprozeß, um 
die erdigen Bestandteile und den Kohlenstaub zu 
e ntfernen, und bezeichnet sie dann als Wasch 
bohle. Der Verkauf geschieht vielfach nach 
Maß (Hektoliter) bzw. unter Umrechnung auf 
Gewicht. Im Eisenbahnverkehr fassen die Kasten 
wagen (Loren) in der Regel eine bestimmte An 
zahl von Zentnern. Die Kohle findet besonders 
für drei Zwecke: als Heizmittel, zur Herstellung 
von Leuchtgas und zur Eisengewinnung in un 
geheuren Mengen Anwendung. Der Heizwert 
richtet sich hauptsächlich nach dem Gehalte an 
Kohlenstoff und Wasserstoff, während der Sauer 
stoffgehalt ihn erniedrigt. Je weniger Kohlenstoff 
vorhanden ist, um so leichter brennt die Kohle; 
je .kohlenstoffreicher sie ist, um so stärkeren 
Zug .(Sauerstoffzufuhr) verlangt sie, erzeugt aller 
dings auch um so größere Hitze. Die Gas 
anstalten gebrauchen die stark bituminösen Koh 
len, während die Eisenhütten besonders schwefel 
freie Kohlen verlangen. Sie bedienen sich daher 
meist der bei der trocknen Destillation hinter 
bleibenden Rückstände, der Koks, die völlig 
schwefelfrei sind und aus nahezu reinem Kohlen 
stoff bestehen. 
Steinnuß (Elfenbeinnuß, Taguanuß, Co- 
rusco, vegetabilisches Elfenbein) nennt 
man die Samen der zu den Pandaneen gehören 
den Elfenbeinpalme, Phytelephas ma- 
Crocarpa, die, in Peru und Kolumbien heimisch, 
jetzt in allen Tropenländern vorkommt. Die 
kokosnußähnlichen Früchte enthalten 80—120 
Samen von der Größe einer Kastanie bis zu 
Hühnereigröße und länglich eiförmiger, etwas 
flachgedrückter Gestalt. Die gelblichbraune bis 
braunschwarze Schale umschließt ein weißes, un 
gewöhnlich hartes Sameneiweiß, das sich gut auf 
der Drehbank, aber nur nach längerem Ein 
weichen mit dem Messer bearbeiten läßt. Für die 
chemische Zusammensetzung werden folgende 
Werte angegeben; Wasser 13,20%, Protein 
4,60%, Fett 0,96%, stickstofffreie Extraktstoffe 
64,10%, Rohfaser 16,20%, Asche 1,30%. Von 
den zahlreichen Handelssorten sind Kartagena, 
Panama, Kolon und Savanilla-Bastard am größ 
ten, Para, Manta und Guayaquil am kleinsten, 
während Amazonas, Marzellino, Esmeralda, San 
Lorenzo, St. Blas und Tumaco in der Mitte 
stehen. Palmyranüsse sind etwas länglicher, Co- 
quillos an einer Seite lang zugespitzt. Die als 
Fiji- oder Tahiti- bezeichnten sehr großen, bis 
apfelgroßen, Nüsse stammen von einer anderen 
Pandanee, Coelococcus carolinensis. Die 
in Menge von gegen 20000 t jährlich nach 
Deutschland eingeführten St. finden vielfache 
Verwendung zu Drechslerarbeiten (Knöpfe), die 
Drehspäne und anderen Abfälle als Futtermittel, 
Streumehl (s. d.) und Kaffee-Ersatz sowie zum 
Verfälschen von Gewürzen. An ihren stark ver 
dickten Zellen sind sie unter dem Mikroskope 
leicht erkennbar. 
Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis), ein 
sehr geschätzter Röhrenpilz, findet sich im 
Sommer und Herbst in Gebüschen, Laub- und 
Nadelwäldern und kommt in großen Massen auf 
den Markt. Der meist 10—20 cm breite nackte 
Hut ist hell- bis dunkelbraun, die Röhrenschicht 
anfangs weißgelb, später grüngelb, nie rot, das 
Fleisch fest und weiß, beim Bruch sich nie ver 
färbend. Der bis 16 cm hohe Stiel von verschie 
dener, meist Keulenform ist netzartig gezeichnet, 
blaßbräunlich und bei jungen Pilzen stark knollig, 
der Geruch und Geschmack mild. Der in der
	        
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