Contents: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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Aufserdem war „der Guineahandel für die Dänen nie 
vorteilhaft gewesen“ (Sell, S. (54; Hüne, S. 403). Daran war 
teils die energielose, unehrliche Geschäftsführung aller damit 
betrauten Handelskompagnien schuld (Knox, S. 82 ff. ), ander 
seits „verstanden die Dänen nicht, mit den andern Nationen 
an der afrikanischen Küste Preis zu halten“ (Sell, ibid.). Be 
sondere für den Tauschandel geeignete Exportartikel fabri 
zierte das überwiegend agrarische Mutterland nicht. „Die 
Engländer und besonders die Holländer und Franzosen haben 
sich auf schlechtere, leichtere Waren und auf wohlfeilere 
Preise gelegt, wodurch sie die Dänen ausschlossen“ (ibid., 
aufserdem noch Isert, S. 102ff.). Der letzte Versuch, den 
afrikanisch-westindischen Handel zu stärken, geschah 1781 
durch die Neugründung der erwähnten „Ostsee und Guinee- 
ischen Handelsgesellschaft“. Ihre Geschäfte konnte sie nur 
durch staatliche Unterstützungen von jährlich 25000 Reichs 
talern führen (Isert, S. 257). Als ihre Geldverhältnisse immer 
schlechter wurden, hob sie der König 1787 auf (Seil, 8. 53; 
Hüne, S. 407). Seitdem machte Dänemark aus der Not eine 
Tugend und verbot den Handel 1792 vom 1. Jan. 1803 ab. — 
Für die zehnjährige Frist, die ihm noch beschieden war, 
ist zweierlei bemerkenswert: Durch die Zulassung der 
fremden Konkurrenz kam er, der schon seit 1755 überwiegend 
von Ausländern geführt worden war, so gut wie gänzlich 
in fremde, d. h. englische Hände (Hüne, S. 380 u. 408); aufser 
dem nahm er infolge der seit 1793 ausbrechenden Kriege, in 
welchen die dänischen Besitzungen fast die einzigen neutralen 
Plätze im westindischen Archipel blieben, vor seinem Ende 
einen ungeahnten Aufschwung. Die französischen, spanischen, 
holländischen, zum Teil auch die englischen Kolonien konnten 
wegen der Unterbrechung ihrer Handelsbeziehungen zu Europa 
nicht anders mit der Aul'senwelt in Verkehr treten, als durch 
Vermittlung der dänisch-westindischen Häfen. St. Thomas, 
das wegen seiner vorzüglichen Lage bereits 17(5(5 zum Frei 
hafen erklärt worden war, nahm infolgedessen eine grofsartige 
Entwicklung (Knox, S. 89 ff.). „Es bildete den einzigen Kanal, 
durch den die nichtbritischen Kolonisten europäische und 
nordamerikanische Waren importieren und ihre eigenen Er 
zeugnisse exportieren konnten. Die Flaggen aller sonst 
feindlichen Schiffe wehten hier einträchtig nebeneinander. 
Die dänischen Inseln entwickelten sich zum internationalen 
Stapel- und Umschlagsplatz für ganz Westindien.“ Nament 
lich in Sklaven bildete sich ein flottes Geschäft. Britische 
Schiffe brachten sie hierher aus Afrika, und die kleinen 
flachgehenden Boote der verschiedenen Kolonien holten sie 
ab und verteilten sie über ganz Mittelamerika. Wieviel Sklaven 
England auf diese W r eise jährlich über Dänisch-W estindien 
an die ausländischen Pflanzer absetzte, läfst sich heute wohl
	        
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