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schwebte ein langer Streit zwischen den Grafen von Nassau und den
Erzbischöfen von Trier. Später nahm auch der Kaiser das Eigentum
an den Gruben für sich in Anspruch, welches vom Erzbischöfe zu Trier
bestritten, von den deutschen Fürsten ihm aber zugesprochen wurde.
Im Jahre 1158 verlieh darauf der Kaiser die Silbergruben mit anderen
Regalien dem Erzbischöfe von Trier 1 .
In der Urkunde heißt es;
„Fridericus scire volumus, qualiter Hilline Trevirorum
episcope omnem justitiam, quam in Argentaria in Ulmeze et in
toto monte adjacente de judicio principum habere videbamur ....
pro amore tuo et honesto fidelique servitio, quod nobis in expe-
ditione Italica et post liberaliter et laudabiliter impendisti, tibi et
per te tuis successoribus cum ceteris regalibus in beneficio libere
habendam concessimus, et in perpetuum legitimo titulo possidendam
nostra Imperiali auctoritate sancire decreuimus.“
Diese Urkunde ist älter als die Ronkalische Konstitution. Die
Ansicht, daß durch letztere die Kaiser sich das Bergregal „angemaßt“
haben, dürfte daher haltlos erscheinen. Was unter der „omnis Justitia“
zu verstehen ist, welche dem Kaiser zustand, dürfte klar sein: Das
Recht auf die Abgaben, das Recht, die Grubenfelder zu verleihen und
die verliehenen, wenn sie nicht vorschriftsmäßig abgebaut werden, ein
zuziehen, die Gerichtsbarkeit; kurz das Bergregal.
Am 11. November 1158 wurde die Ronkalische Konstitution erlassen.
Im Jahre 1160 1 bestätigte der Erzbischof von Salzburg der Abtei
zu Admont ihre Bergwerke mit dem Bemerken, daß letztere diese
von ihm besitze, Salzburg aber solche de regalibus imperii erhalten
habe.
Zwischen den Jahren 1164 und 1170, so teilt von Muchar 8 mit,
schenkte die Markgräfin Kunigunde dem Stift zu Vorau (Forowe):
„mansum unum apud Leoben, ubi foditur ferrum.“ Die Markgräfin
war die Witwe Ottokars VII. 1 * 3 4 5 , des Vaters Ottokars VIII. Letzterer
bekennt in der schon früher erwähnten Stiftungsurkunde 8 für Seckau
1 Achenbach, Deutsches Bergrecht S. 33, 84, 85.
s Bereits oben häufig erwähnt. S. Urkundenbuch für Steiermark S. 390 ff.
„sed et ubicunque in possessione cenobii vene salis seu ferri aut argenti vel cujus-
libet metalli fodine reperiri poterunt, quae de regalibus Imperii Salzburgensis
ecclesia hactenus quiete possedit.“
3 Geschichte des Herzogtums Steiermark 3. Teil S. 86.
4 v. Muchar daselbst S. 87.
5 Pusch et Frölich, Dipl. Sacr. Styriae I p, 167.