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wurde, Diese Küche ist ein in Form einer Nische von der übrigen
Wohnung abgetrennter Raum, der Dampf wird zum großen Teil
abgezogen. Die »Kochnische« ist von dem Wohn(oder Speise)-
raum am besten durch eine Mauer abgetrennt, in der sich eine
Schiebetür befindet. Die Normalküche hat selbstverständlich genormte
Türstöcke (nur in zwei bis vier Größen) und andere genormte Bau-
vdestandteile. Die Arbeit in der Normalküche ist wesentlich erleichtert,
vereinfacht und verringert. In den bisher üblichen großen Küchen
zab es eine Menge überflüssiger Arbeit, viel Hin- und Hergehen,
‘hr Sauberhalten war sehr zeitraubend. Jetzt ist der Küchenraum,
nicht eine »schöne Stube«, der Mittelpunkt der Wohnung; durch
seine Einbauten und sein kleines Flächenmaß ist er so zweck-
mäßig geformt, daß die Frau alle Behelfe rasch, mit einem Hand-
griff, findet; mehrere eingebaute Schubläden aus Aluminium, mit
aufgepreßten Aufschriften, haben Ausgußöffnungen, um Mehl usw.
unmittelbar in den Kochtopf usw. gießen zu können (erfahrene
Hausfrauen wenden ein, daß bei dieser Methode selten die richtige
Dosierung der Zutaten der Speisen möglich sei); an der Wand
hängt ein Bügelbrett, durch einen Hebel abklappbar; die Geschirr-
schränke usw. sind eingebaut, ebenso die Kochkiste neben dem
Herde u. a. m. Dieses Küchensystem, das aus Amerika zu uns
zxam, bietet eine Reihe von arbeit- und zeitsparenden Vorteilen und
sollte, wenn auch nicht in seiner extremen Form, bei allen Neu-
der Umbauten angewendet werden. Es ist einem anderen System,
dem des (Wiener) »Einküchenhauses«, vorzuziehen, da dieses
zwar rationell gedacht, aber doch geeignet ist, die letzten Reste des
geschlossenen, familienhaften Haushaltes zu zerstören, und bei noch
30 kollektivistischer Grundeinstellung der Bewohnerinnen des Hauses
doch leicht zu Zwisten führt.
Nach der Küche die Heizung und Beleuchtung. Der Wiener
Heiztechniker Prof. Hofbauer fordert von einer rationellen Heizung:
1. Wärmeschutz des Hauses, d. h. das Haus soll so gebaut sein,
daß möglichst wenig Wärmeverlust entsteht, und 2. rationelles Heiz-
verfahren, d. h. höchstmöglichen Wirkungsgrad des Ofens oder der
Heizanlage. Nach Hofbauer kosteten in Wien im Herbste 1926
1000 effektive Kilogramm Kalorien (in Groschen): beim elektrischen
Lichtstrom 61, beim elektrischen Industriestrom 32, bei Gas 63, bei
Petroleum 2:6, bei Kohle 5:9 bis 3:7 und bei Koks 49 bis 3‘1. Die
elektrische Heizung, vom arbeits- und zeitökonomischen Stand-