Full text: Das System der Rentengüter und seine Anwendung in Ungarn

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bezahlt werden würde als der für billige Fabri 
kate. Wie sollte das wohl geschehen! 
Die durch § 29 der Ausführungsbestiminungen zum Tabaksteuer 
gesetze vorgeschriebene Statistik über die Preisgestaltung des Rohtabaks 
in Gliederung nach Ursprungsländern ist Anfechtungen insofern ent 
rückt, als sie auf denjenigen Preisen ruht, welche sich aus den gesetzlich 
vorgeschriebenen Wcrtanmeldungen ergeben. Dieser Statistik sind obige 
Zahlen entnommen. Wir dürfen danach feststellen: Nicht der deutsche 
Wertzoll, sondern der Weltmarkt hat bisher die Preisgestaltung für 
Tabak bestimmt. 
Für diejenigen, die sich für die Preiscntwickelung der einzelnen 
Rohtaüakherkünfte von Vierteljahr zu Vierteljahr interessieren, sei noch 
auf die Ausgaben des Reichsanzeigers vom 17. November 1910, 1. März 
1911 und 16. Mai 1911 hingewiesen. — Nach den Monatlichen 
Nachweisen über den Auswärtigen Handel stellt sich der Durch 
schnittspreis für den Doppelzentner zollzuschlagspflichtiger Tabak 
blätter in den Monaten April bis Juni 1911 auf 173 Mark, 
nach der Zusammenstellung im Reichsanzeiger vom 22. August 1911 
auf 167 Mark. Den obigen Ausführungen wurde nur der letztere 
Preis zu Grunde gelegt. Anderenfalls würde die Preissteigerung bei den 
billigen Tabakgattungen hinter der allgemeinen Preissteigerung, die 
dann mit 17,6°/ 0 in Erscheinung träte, noch mehr zurückbleiben. 
Welche Ziffer für die allgemeine Preissteigerung die genauere ist, darf 
für die Prüfung der vorliegenden Frage als ganz unerheblich gelten, 
weil in beiden Fällen die allgemeine Preissteigerung größer ist als 
die bei den billigen Tabakgattungen. 
Die des ferneren wiederholt in die Öffentlichkeit getragene Be 
hauptung, wonach die Preissteigerung des billigen Rohstoffes die beab 
sichtigte soziale Wirkung des Wertzolles aufgehoben haben soll, ist in 
dessen auch dann gänzlich unzutreffend, wenn man auch — im 
Gegensatz zu dem aus den bisherigen Ausführungen gewonnenen Er 
gebnis — als richtig unterstellen wollte, daß sich die Preissteigerung 
(unabhängig von den Einflüssen des Weltmarktes) auf den billigen 
Rohstoff beschränkt hätte. Vom 15. August 1909 bis 30. Juni 1910 
kostete nämlich ein Kilogramm Domingotabak durchschnittlich 72 Pfg., 
somit zuschläglich 40 % Wertzoll 100,8 Pfg. Nach der Preissteigerung 
kostete es (vom 1. April 1911 bis 30. Juni 1911) durchschnittlich 78Psg.,
	        
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