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wie Delft, Dordrecht, Veere. Für die nationale Wirtschaft waren
sie ziemlich wertlos, ja schädlich. Sie haben sowohl die einheimische
Industrie wie auch die Schiffahrt benachteiligt und beide in Ab-
hängigkeit von England gebracht; insofern haben sie den späteren
Niedergang der niederländischen Wirtschaft mit vorbereitet. Nütz-
lich haben diese Stapel nur in soweit gewirkt, als sie die Nieder-
länder nötigten, einzelne Einrichtungen für den Handel zu treffen
oder zu verbessern. So ging die Errichtung einer Wechselbank in
Rotterdam 1635 auf die Zulassung der Engländer zurück, deren
Geldverkehr man erleichtern wollte; in Delft hatten sie sich der
Amsterdamer Wechselbank für Zwecke des Geldverkehrs bedient,
was man in Rotterdam nicht gern sah. Allerdings haben die Eng-
länder später wenig Rücksicht auf die Rotterdamer Bank ge-
nommen und doch die Amsterdamer Bank bevorzugt!). Auch der
Stapel der Schotten löste allerlei Fortschritte aus; in Veere ver-
besserte man die Hafeneinrichtungen, Dordrecht verhieß 1668 die
Errichtung einer Wechselbank, die aber nicht zur Ausführung
kam?). Die meisten den Stapelkaufleuten eingeräumten Vorrechte,
die Befreiungen von Abgaben und Akzisen, die Erlaubnis, englisches
Bier zollfrei einzuführen, usw. benachteiligten die übrige Bevölke-
rung nicht unerheblich; die dagegen eingetauschten Vorteile ent-
sprachen nicht immer diesen Opfern. : Dazu kam, daß die Abson-
derung der Fremden von der niederländischen Bevölkerung, ihre
zur Schau getragene kirchliche Sonderstellung jede engere Ver-
bindung mit den Einheimischen hemmte. Es war dieselbe Erschei-
nung, die uns auch in Hamburg entgegentritt.
Als ein Glück war es anzusehen, daß diese Niederlassungen
Fremder in der geschlossenen Form eines Stapels sich auf Eng-
länder und Schotten beschränkten. Fremde Kaufleute wohnten
ja genügend in den niederländischen Seestädten, so englische, ita-
lienische (venetianische), deutsche; ihre Anwesenheit konnte zweifel-
los den gegenseitigen Handelsbeziehungen nur vorteilhaft sein. Sie
beanspruchten aber keine Vorrechte und sonderten sich nicht ab.
Einmal machte auch Schweden den Versuch, in den
Niederlanden sich vermittels einer kaufmänni-
N) teLintum,/I11, 114, 182 ff; vgl. auch van Dillen.,. Bronnen,
S. 1329; vgl. auch oben S. 223.
2) Rooseboom, S. 144, 210.
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