Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

REKLAME DURCHS THEATER 
Ersatz für erklärende Aufschriften verwendet; er hat in dieser 
Aufgabe die gestellten Erwartungen weit ‚übertroffen, da die 
Aufschriften meist ermüden und nicht gelesen werden, die 
Reklamefilme aber ‚ständige Aufmerksamkeit erregten und 
einen bleibenden Eindruck bei den Ausstellungsbesuchern 
hinterließen. 
Der Trickfilm im Dienste der Reklame wurde um 1910 
bereits in Frankreich durch die Parthegesellschaft und in 
der Folge in Berlin durch den Zeichner Leonard, in Wien 
durch die Wipag gepflegt. Derzeit werden für Reklame- 
zwecke bereits Kombinationen zwischen Trickfiguren- und 
Trickzeichenfilmen hergestellt. 
A 
Die Theaterreklame. 
Die Theaterreklame hat ein relativ kleines Betätigungs- 
feld. Sie wirkt durch entsprechende Aufdrucke auf dem 
Theaterzettel in Form von Inseraten oder Bemerkungen über 
die Herkunft der Kostüme, Bühneneinrichtung und Möbel, 
durch Bemalung des Vorhanges mit Reklameaufschriften und 
Bildern, durch auf den Vorhang projizierte Lichtbilder vor 
der Vorstellung und während der Pausen, schließlich durch die 
Vorgänge auf der Bühne. 
Auf der Bühne erfolgt die Reklame durch die Schauspieler 
vielfach aus eigener Initiative, indem sie bei geeigneter Ge- 
legenheit auf den einen oder anderen Lieferanten hinweisen. 
In neuester Zeit wurden in Varitees einzelne Sketche aufge- 
führt, welche ausschließlich Reklamezwecke verfolgen. An- 
läßlich der Reklamemesse in Berlin (1925) wurde der Versuch 
der Errichtung eines eigenen Reklametheaters gemacht. 
Da sich das Publikum bewußt nur widerwillig als Reklame- 
objekt hergibt und daher ausschließlich für Reklamezwecke 
aufgeführte Theaterstücke nicht gerne besucht, hatte das 
letztgenannte Projekt daher nur sehr geringen Erfolg. 
IX. Die Lichtreklame. 
Die Lichtreklame in ihrer primitivsten Form ist beinahe 
ebenso alt wie die Erfindung des Feuers und des künstlichen 
Lichtes, geht also tief in die prähistorische Zeit zurück. Be-
	        
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