Full text : Versand- und Zollvorschriften im Verkehr mit dem Ausland [Im Aufl. d. Bergischen Industrie u. Handelskammer zu Reimacheid zusgest u. bearb von d. Zollauskunftstelle d. Handelskammer]

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sie  in  Beziehung  zu  den  Unkosten  in  den  Erwerbsgeschäften  bringen,
daß  der  Unkostensatz,  den  die  Konsumvereine  auf  die  fertigen  Verteilungsgüter ­
  schlagen,  bedeutend  niedriger  sein  muß  als  in  den  Kleinhandelsgeschäften. ­
  Wenn  es  zutrifft,  daß  der  Kleinhandelszuschlag
für  Kolonialwaren  durchschnittlich  20—25  o/o  vom  Einkaufspreis  beträgt, ­
  wie  es  neuere  Umfragen  von  Hirsche)  sowie  von  Kra'mer°)
wiederum  bestätigt  haben/)  und  wenn  ferner,  wie  Kramer  für
Württemberg  angibt,  der  Gewinnzuschlag  8—10o/o  vom  Einkauf  beträgt ­
  —  diesen  Durchschnittssatz  konnte  ich  selbst  anderwärts  auch  feststellen ­
  —,  so  würde  der  Unkostensatz  in  Privatgeschäften  12—15  o/o
vom  Einkaufspreis,  d.  h.  ca.  11—13  o/o  vom  Umsatz,  betragen.  Obwohl ­
  also  der  Unkostensatz  der  Konsumvereine  außer  den  allgemeinen
Unkosten  noch  diejenigen  seiner  Eigenproduktion  in  sich  schließt,  wird
doch  der  Satz  von  den  Kleinhandelsgeschäften  nahezu  überschritten.')
Daß  das  richtig  ist,  beweist  auch,  daß  eine  Reihe  von  größeren  Vereinen ­
  ohne  Eigenproduktion  nur  einen  Unkostensatz  von  8  oder  9°/»
haben;  manche  Vereine  bleiben  noch  darunter,  andere  gehen  darüber
hinaus.  Der  niedrige  Kostensatz  erklärt  sich  nur  daraus,  daß  die
Konsumvereine  ihr  „Warenlager"  zehn-  bis  fünfzehn  mal  jährlich  umschlagen, ­
  was  als  regulär  zu  bezeichnen  ist;  manche  Vereine  gehen
über  diesen  Satz  hinaus  bis  zu  einem  fünfundzwanzigmaligen  Umschlag, ­
  andere  bleiben  darunter.  Wenn  man  außerdem  bedenkt,  daß
die  Konsumvereine  in  der  Regel  vorteilhafte  Einkaufspreise  erzielen,  so
müssen  sie  unbedingt  in  der  Lage  sein,  ihren  Mitgliedern  alle  möglichen ­
  Vorteile  in  bezug  auf  Preis  und  Qualität  zu  bieten.  —
Mit  Rücksicht  auf  die  Preise  kann  man  Vereine  unterscheiden,
die  die  Berteilungsgüter  abgeben:
1.  zum  Selbstkostenpreise,
2.  zum  lokalen  Tagespreise,
3.  über  dem  lokalen  Tagespreis,
4.  unter  dem  lokalen  Tagespreis.
4 )  Die  Filiatbetriebe  im  Detailhandel  S.  92.
5 )  Kleinhandel  und  Konsumvereine  S.  63.
b)  Ernst  Günther  kommt  allerdings  zu  einem  Aufschlag  von  mindestens ­
  25°/o  im  Jahre  1907.  (Siehe  Schmollers  Jahrbuch  31  328.)
')  Zu  einem  noch  wesentlich  günstigeren  Resultat  würden  wir  kommen,
wenn  wir  Vergleiche  mit  den  Prozentzahlen  von  7,5°/o  und  9,7°/o  des  Allgemeinen ­
  Verbandes  und  des  Reichsverbandes  ziehen  würden.  Für  die
Feststellung  des  tatsächlichen  Aufschlags  ließe  sich  nichts  dagegen  einwenden;
der  Aufschlag  sagt  uns  aber  nichts  über  die  Wirtschaftlichkeit  der  Konsum-Vereine,
  da  jene  beiden  Verbände  in  der  Hauptsache  nur  kleinere  Vereine  umfassen, ­
  in  denen  viele  ehrenamtliche  Arbeit  geschieht.
            
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