32
Bestands- und Erfolgsbnchführung.
Die Formeln (II) sagen: das Kapital für den Schluß eines
Rechnungsjahres läßt sich berechnen, wenn man dem Anfangs
kapital die Summe der Gewinne (Ilb) oder die Einzelgewinne
(Ha) zuschlägt und die Summe der Verluste (Ilb) oder die Einzel
verluste (Ila) davon abzieht.
Aus den Formeln I (S. 29) und II kann gefolgert werden:
1. Für die Ermittelung des schließlichen Reinvermögens oder
eigenen Kapitals am Ende eines Wirtschaftsjahres stehen zwei
Wege oßen:
a) Man berechnet das schließliche Reinvermögen aus dem Wert
unterschiede zwischen Vermögen und Schulden (I) [Beispiele
S. 20, 30], oder
ß) indem man das anfängliche Kapital um die einzelnen Gewinne
vermehrt, um die einzelnen Verluste vermindert (Ila). Ein
facher und übersichtlicher ist es, wenn dem anfänglichen
Kapital der Wertunterschied zwischen Gesamtgewinn und
Gesamtverlust der Unternehmung zu- oder abgerechnet wird
(Ilb) [Zahlenbeispiel S. 31].
2. Der Erfolg der Unternehmung kann berechnet werden:
a) durch Vergleichung des anfänglichen mit dem schließlichen
Kapital unter Berücksichtigung der Kapitaleinlagen und
Entnahmen (Formel 3 und 4) [Beispiele S. 20, 30] oder
ß) aus dem Wertunterschied zwischen Einzelgewinnen und Ein-
fcelverlusten (Formel 5) [Beispiel S. 31] 1 ).
Ein Buchungssystem, das Schlußkapital und Erfolg nach 1«)
und 2a) berechnet, kann man als Bestandsbuchf ührung bezeichnen.
Berechnet es beide Größen nur nach Iß) und 2ß), so liegt eine
einfache Erfolgsbuchführung vor. Ist die B. so eingerichtet, daß
Kapital und Erfolg sowohl nach a) und nach ß) berechnet werden
können, so spricht man von einer Bestanderfolgsbuchführung. Ihre
praktische Durchführung erfordert eine ununterbrochene Auf
zeichnung aller Gewinne und Verluste während des Wirtschafts
jahres.
Jedes ßuchführungssystem ist seinem Endziel nach zunächst
Bestandsbuchführung: Feststellung von Beständen im Schluß
inventar und in der schließlichen Inventarbilanz. Schluß
i) Über ein drittes Verfahren vgl. Abschnitt 15, IV. b. 4.