37
IV. Tñeil.
Statistik
der Finanz-Verwaltung.
I. Kapitel.
Art und Höhe der Einnahmen.
Zu den Ziffern der ersten Spalte der Tabelle XXI ist
kaum eine kurze erläuternde Bemerkung nötliig. Da mit weni
gen, nicht ins Gewicht fallenden, Ausnahmen für jede Ver
sicherung während der ganzen Dauer derselben eine gleich
bleibende jährliche Prämie zu entrichten, die Höhe der letzteren
aber theils von dem Beitrittsalter des Versicherten, theils von
dem Versicherungsmodus, hauptsächlich jedoch von der Höhe
der Versicherungssumme, abhängig ist, so versteht es sich von
selbst, dass die Prämien-Ein nähme der Bank ziemlich in
gleichem Schritt mit dem wachsenden Versicherungsbestande
steigen musste. Sie betrug
im ersten Jahrzehnt: 9 551 976 Mark
» zweiten » 21878154 »
» dritten » 31440519 »
» vierten » 48716 607 »
» fünften » 91 313432 »
im Ganzen: 202900688 Mark.
Vergleicht man diese Beträge mit der Summe, welche
durchschnittlich in jedem Jahrzehnt versichert und für welche
Prämienzahlung zu leisten war, so ergiebt sich, dass im Durch
schnitt die Prämien-Einnahme sich
im ersten Jahrzehnt auf 3,67 °/o der Versicherungssumme
» zweiten » » 3,60 » » »
» dritten » » 3,51 » » »
» vierten » » 3,47 » » »
» fünften » » 3,42 » » »
belaufen hat.
Im Verhältniss zur Versicherungssumme ist also
•die Prämien-Einnahme von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gesunken,
während gerade umgekehrt in Folge der im zweiten Jahrzehnt
bewirkten Einführung und neuerdings allmählich eingetretenen
stärkeren Benutzung der »abgekürzten Versicherung«, wie auch
in Folge der gegen das Ende des vierten Jahrzehnts getroffenen
Einrichtung der »abgekürzten Prämienzahlung«, eher eine ver-
hältnissmäsige Steigerung der Prämien - Einnahme zu erwarten
gewesen wäre. Da die Prämientarife eine Aenderung nicht
erfahren haben und auch die Dividende hier, wo es sich aus
schliesslich um Brutto - oder Tarifprämien handelt, nicht in
Betracht kommt, so findet jenes Sinken der Prämien-Einnahme
im Verhältniss zur Versicherungssumme lediglich darin seine
Erklärung, dass das Beitrittsalter der Versichernden im Laufe
der Zeit durchschnittlich ein immer niedrigeres geworden ist.
Zwar hat, wie wir schon weiter oben, bei Besprechung der
Tab. IV bis VI, nachgewiesen haben, der stärkste Beitritt zur
Bank während der verflossenen 50 Jahre stets in denselben
Altern — vom 25. bis 40., oder, noch enger begrenzt, vom
30. bis 37. Lebensjahre — stattgefunden ; wohl aber ist die
i Betheiligung der höheren Alter verhältnissmäsig eine immer
I schwächere geworden. Dies wird durch die erwähnte und im
; I. Theile eingehender besprochene Tabelle IV vollständig
I bestätigt; denn nach derselben standen von den sämmtlichen
j neu aufgenommenen Versicherten im Alter von
15 bis 40 Jahren über 40 Jahren
im ersten Jahrzehnt 56,7 % 43,3 ° o
» zweiten » 61,9 » 38,1 »
» dritten » 63,4 » 36,6 »
» vierten » 66,3 » 33,7 »
» fünften » 73,7 » 26,3 '»
Die hieraus sehr deutlich hervortretende allmählich schwächer
werdende Betheiligung der höheren Alter (welche sich übrigens
sehr einfach daraus erklärt, dass in der ersten Zeit, nachdem
die Bank ihren Geschäftsbetrieb eröffnet hatte, manche Per
sonen, denen es bis dahin an Gelegenheit und Anregung zur
Lebensversicherung gefehlt hatte, noch in vorgerücktem Alter
Versicherung nahmen, dass dagegen in neuerer Zeit, wo nicht
nur das Verständnis für die Lebensversicherung allgemeiner
verbreitet ist, sondern auch hei der grossen Zahl der nach
und nach entstandenen Concurrenz-Anstallen das Angebot und
die Anregung ausserordentlich gesteigert worden sind, die
meisten Personen, welche überhaupt für die Lebensversicherung
gewonnen werden können, schon in jüngeren Jahren zum Ab
schluss der Versicherung schreiten) würde die im Verhältniss
zur Versicherungssumme erzielte Prämien - Einnahme, nament
lich im letzten Jahrzehnt, unzweifelhaft noch weit mehr, als
es thatsächlich der Fall gewesen ist, herabgedrückt haben,
wenn nicht die stärkere Benutzung der mit höherer Prämien
zahlung verbundenen »abgekürzten Versicherung« entgegen
gewirkt hätte. In finanzieller Hinsicht ist, beiläufig bemerkt,
der schwächer gewordene Beitritt älterer Personen für die Bank
keineswegs von Nachtheil gewesen, da, wie schon weiter oben
i einmal angedeutet wurde, die Prämiensätze für die höheren
Alter verhältnissmäsig niedrig sind.
Erwähnen wollen wir übrigens nochmals, dass die in der
Tabelle XXI aufgeführte Prämien-Einnahme durchweg die tarif-
mäsigen Brutto-Einzahl ungen begreift, von denen, wie
wir weiter unten sehen werden, ein sehr beträchtlicher 1 heil
später an die Versicherten wieder zurück erstattet worden ist,
resp., soweit die Einzahlung erst in den letzten 5 Jahren
geschehen ist, noch zurückerstattet werden wird.
Wie die Prämien-Einnahme von dem \ ersicherungsbestande,
so ist die in der zweiten Spalte der Tabelle XXI ver zeichnete
Zinsen-Einnahme im Wesentlichen von den vorhandenen,
verzinslich anlegbaren Fonds der Bank abhängig. Da diese
Fonds in gleichem Maase wie die nicht allein mit dem Ver-