Metadata: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

4 
Erstes Buch, Cap. 1. 
lange vor der Zeit der modernen Statistik sogar schon in 
socialpolitischen (nicht nur in philosophischen und naturwissen- 
schaftlichen) Werken besprochen worden ist. 
Die Frage wird wohl nie definitiv gelöst werden, sondern 
immer wieder neu auftauchen, weil sie zu denjenigen gehört, 
bei welchen wir an der Grenze des Erkennbaren ankommen. 
Alles was geschehen und vollbracht ist, erscheint uns, wenn 
wir es als vollendete Thatsache betrachten und beobachten, 
als das Produkt von (wenn auch unbekannten) Ursachen, die 
es hervorbringen mussten. Dadurch, dass es geschehen ist, 
erscheint es als nothwendig; es kann jetzt nicht anders sein, 
als es eben ist und so konnte es auch nicht anders sein, nur 
Jass wir vorher wegen mangelnder Allwissenheit das Noth- 
wendige nicht vorher sehen konnten. Künftiges dagegen, das 
erst geschehen kann oder soll, ist für uns noch nicht noth- 
wendig und wenn es sich um unsere eigenen Handlungen 
handelt, so erscheint uns ihre Ungewissheit als Nichtnoth- 
wendigkeit oder Freiheit. Aber wenn wir uns nicht als 
wollende und handelnde Wesen fühlen, sondern lediglich be- 
»bachten und denken, so erscheint in der That die Freiheit 
aur als ein anderes Wort für Unkenntniss und Unsicherheit, 
als Folge des Unterschieds zwischen Vergangenheit und Zu- 
kunft, der für uns vorhanden ist, Für eine höhere Intelli- 
genz, von der Laplace so schön spricht, und auf deren 
Standpunkt wir uns vorübergehend und theilweise in reiner 
Betrachtung stellen können, würde diese Unkenntniss und da- 
her die Freiheit nicht existiren, sondern Alles wäre nöth- 
wendige Folge (bekannter) Ursachen. 
Als wollende und handelnde Menschen jedoch müssen wir 
mit der Annahme einer, wenn auch durch nachweisliche Einflüsse 
ausserordentlich stark beeinflussten Willens- resp. Wahl-Frei- 
heit operiren und können bei der Betrachtung der Dinge vom 
Standpunkt des Causalgesetzes nicht stehen bleiben, weil wir 
eben jene höhere Intelligenz nicht haben. Auch in den socialen 
Hildebrands Jahrbüchern, Band 14 (1870) S. 81 ff, Vgl. auch Knapp’s 
eingehende Kritik ebenda Bd, 16 (1871) S. 237 ff, Bd. 17 (1871) S. 167 ff, 
S 349 ff, S. 427 ff. und Bd. 18 (1872) S. 89 £.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.