Full text : Die landwirtschaftliche Produktionspolitik in Österreich

jtücke für die verfjdhiedenartigen Kulturen nicht in gleicher
Weije mit Sicherheit fejtjtellen, wie etwa das Bedürfnis
nach) SZujammenlegungen oder Bodenverbefjerungen. Es
wäre daher nicht angängig, etwa ähnlich, wie wir es oben
für dieje beiden Operationen vorgejhlagen haben, von
Amts wegen für jedes Grundfjtück fejtzuftellen, welcher
Kultur es gewidmet werden jolle, und die Einhaltung eines
jolden Kulturprogaramms zu erzwingen. Auch verurfjacht
jede Kulturänderung und die damit notwendig verbundene
Umjftelung des Betriebes Koften, die nicht, wie bei den
Sujammenleqgungen und Bodenverbejjerungen, ftets durch
eine Erböhung des Reinertrages hereingebracht werden,
die aljo der Staat auf ih nehmen müßte. Es ijt denn auch
nirgends Derartiges verjucht worden, ja man ijt bisher
nicht einmal jo weit gegangen, der Staatsgewalt das Recht
einzuräumen, in einzelnen Fällen, wo der Boden zweifel-{os
 unzwecmäßig benüßt wird, dem Beliger die CEinführung
 einer. befjeren Kultur vorzujdhreiben. So kommt
es, daß auch dort, wo Wald auf gutem Acker- oder Weideboden
 jteht, oder wo umgekehrt Boden, der fih weit beijer
für eine Forftkultur eignen würde, landwirtjhaftlich benüßt
 wird, der Staat kein rechtlidhes littel befißgt,
oefjernd einzugreijen.
Mur in negativer Richtung hat die Rechtsorönung
in mandjer Binjicht durch Zwangsvorfchriften die Art
der Bodenbenüßung zu beeinfluffen gefucht: Indem fie die
Erhaltung gewifjer Kulturarten vorfjchreibt oder deren
Umwandlung an eine behördliche Bewilligung Rnüpft. Das
ijt in Öjterreih einerjeits hinjichtlih der Wälder, anderjeits
 hinfichtliq der Alpen (zum Teil aud) der Weiden)
gejhehen, während umgekehrt die Derwandlung von
Acker oder Wieje in Alpe oder Wald und dergleichen aanz
im Belieben des Grunödbejigers jteht.
Es hat natürlid) feinen befonderen Grund, weshalb
man gerade bei dem Wald und bei den Alpen der Betätigung
 des wirtjdhaftlidhen Eqoismus, dem freien Spiel der
Kräfte, einen Rieael voraejdhoben hat.

). Das Derbot der Umwandlung von Wald in andere
‚Kulturen.
Der Wald ijt night nur ein Produktionsmittel zur
Erzeuauna von Bolz. Dielmehr hängen von ihm, nament-30


            
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