Full text: Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

Fisenbahn- 
tarife. 
öffentlichen Auslegung 
ihrer Haushalts-Voran: 
achläge aufzustellen, Diese Ein: 
richtung, die den großen Vorteil 
bringt, daß die Ausgaben frühzeitig 
in ihrer Höhe und Richtung be- 
stimmt werden können, ist durch 
eine laufende Kontrolle der tat: 
sächlichen Gestaltung der Ein: 
nahmen und Ausgaben zu ergänzen. 
Länder und Gemeinden müssen 
entsprechend der im neuen Finanz: 
ausgleichsgesetz vorgesehenen Re- 
gelung dazu übergehen, monatliche 
spezifizierte Einnahmenachweisuns 
gen und vierteljährliche Ausgaben: 
nachweisungen nach bestimmtem 
Schema zu geben. Es sollte bezüglich 
der Einnahmen nach Steuerquellen 
(Überweisungen bzw. Reichssteuer- 
anteile und Einnahmen aus eigenen 
Steuern unter Zergliederung nach 
Steuerarten) und bezüglich der Aus- 
jaben nach den einzelnen Verwal: 
‘ungskategorien gegliedert sein. Die 
II. Tarifgestaltung der 
Das Tarifsystem der Deutschen 
Reichsbahn als Ganzes betrachtet, 
ıämlich die Tarife, wie sie für die 
Wagenladungsklassen aufgebautsind, 
zestaffelt nach Warengruppen und 
Entfernungen (horizontale und ver: 
tikale Gliederung), zusammen mit 
den Ausnahmetarifen, auf denen zur 
Zeit ca. 60 Prozent aller Güter ge: 
fahren werden — ist nur zu ver: 
stehen, wenn man es als das Produkt 
einer Zeit betrachtet, in der die 
Änderung der wirtschaftlichen Ver- 
hältnisse auch dauernd Änderungen 
auf diesem Gebiet notwendig 
machte, nicht als das Resultat lang: 
jähriger, durch Erfahrung getragener 
Arbeit. Noch ist das Tarifsystem 
stark beeinflußt durch Maßnahmen 
während der Zeit der Geldent: 
wertung, in der aus begreiflichen 
Gründen oft nicht nur rasche Er: 
irgebnisse müßten dann mit denen 
les Reichs von einer zentralen 
;telle monatlich zusammengestellt 
verden, damit eine Gesamtübersicht 
iber die öffentliche Belastung mög: 
ich ist. Bei den Zusammenhängen, 
lie zwischen der Finanzwirtschaft 
les Reiches und derjenigen der Län- 
ler und Gemeinden bestehen, und 
’)jei der Bedeutung, die die öffent: 
ichen Ausgaben für die gesamte Be: 
‚ölkerung haben, ist eine vollstäns 
ige, richtige und klare fortlaufende 
)bersicht über die gesamte Belastung 
urch die Öffentlichen ‘Ausgaben 
ine zwingende Notwendigkeit. Die 
)ifentlichkeit hat nach unserer Auf- 
assung ein Recht auf fortlaufende 
jemaue Aufklärung. Um eine Ver: 
sleichsgrundlage zu haben, ist die 
‘inanzstatistik der Länder und Ges 
neinden für das Rechnungsjahr 
924 unerläßlich. 
Zisenbahn und Post. 
ıöhungen des Normalsatzes, son: 
lern auch Verschiebungen innerhalb 
Jes Systems sich als notwendig her: 
‚usstellten. Das gegenwärtige System 
les Tarifs der normalen Wagen: 
adungsklassen stellt nur die Erz 
;tarrung an einem gewissen Zeitz 
»unkt dar, der mit der Stabilisierung 
zusammenfällt. Dabei sind ver: 
ichiedentlich prozentual gleich: 
näßige Abschläge im Laufe des 
Jahres 1924 erfolgt. 
Die nachfolgende Übersicht be- 
weist, daß die Eisenbahntarife auf 
Nahentfernungen im Verhältnis zu 
len Tarifen auf weitere Entfernun: 
sen erheblich stärker gegenüber den 
Vorkriegsfrachtsätzen erhöht wor: 
len sind. 
Wir stehen auf dem Standpunkt, 
daß der Grundsatz der Belastung 
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