Die gegenwärtigen Verhältnisse
zwingen unerbittlich dazu, die Kons
zentration überall dort anzustreben,
wo die Produktion dadurch ver;
billigt und verbessert werden kann,
und wo die Konzentration zu einer
Vereinfachung einer bislang zu
schwerfälligen Organisation führt.
Auf der anderen Seite darf natürlich
auch die Kehrseite der Konzentra-
tion nicht übersehen werden, die
darin besteht, daß das Individual:
prinzip in der Produktion durch
starke Konzentrationserscheinungen
(Fusionen) eine Einbuße erleidet.
Ebenso ist als eine weitere Folge die
Vernichtung selbständiger Existen:
zen in Rechnung zu stellen. Vom
sozialen Standpunkt aus kann diese
Tatsache allerdings wohl ohne wei:
teres nicht als ein Nachteil ange-
sehen werden, denn es ist wichtiger,
durch eine rationelle Betriebsform
die Preise zu senken, als daß durch
Beibehaltung höherer Preise auf
Kosten der (Gesamtbevölkerung
selbständige Existenzen erhalten
werden. Jedenfalls sind die Wir:
kungen jedesmal genau gegenein-
ander abzuwägen.
Auch vom Standpunkt des inter:
nationalen Wettbewerbes aus ist die
Konzentration, wenn sie in organi-
scher Weise erfolgt, durchaus zu be:
grüßen. Denn es wohnt den großen
Konzernbildungen selbstverständlich
gine viel größere Stoßkraft inne,
und es wird durch die technische
Vereinfachung der Produktionsziele
der den Konzernen angeschlossenen
Werke, durch die Ausschaltung von
überflüssigem Arbeitsaufwand und
durch die Verbilligung der Absatz:
werbung die Möglichkeit verstärkt,
auf dem Weltmarkt erfolgreich als
Bewerber aufzutreten. Die Be:
schränkung der Lagerhaltung wird
weitere erhebliche Vorteile bringen.
Wir sehen in der Zusammens
iegung gleichartiger Betriebe, sei es
im Wege des Konzerns oder einer
ınderen loseren Form, einen geeig:
ıcten Weg, um unseren Produk-
jonsapparat wirtschaftlich zu ge:
talten. Die Einschrumpfung unseres
3etriebskapitals und die Verengung
les Absatzmarktes zwingen dazu,
len Produktionsapparat so einzu:
ichränken, daß mit dem verklei:
ıerten Apparat bei vermehrter
”roduktion und erhöhter Absatz:
verbung die Gütererzeugung ver:
illigt werden kann. Wir halten es
ür falsch, wenn man versucht, dem
Aißverhältnis zwischen der Größe
les Produktionsapparates einerseits
ınd den Betriebsmitteln und Absatz-
'‚erhältnissen andererseits auf die
)auer durch Kurzarbeit, also
lurch Produktionseinschränkung
u begegnen, Das würde zu einer
ınerträglichen Steigerung der Pros
'uktionskosten führen und damit
lie allgemeinen Schäden nur ver:
irößern und die Lage verschlim:
nern. Richtig ist vielmehr im Inter:
‚sse aller Beteiligten die Einschrän:
zung des Produktionsapparates und
n dem eingeschränkten Apparat
ıne relative Steigerung der Produk:
ion und erhöhte Abatzwerbung.
Neben anderem kann nur so die
ıotwendige Verbilligung erzielt
verden.
Es ist verständlich, daß sich jeder
Internehmer so lange wie irgend:
ı1öglich dagegen wehrt, Produk:
jonsstätten stillzulegen; ist doch
lamit der Verlust erheblicher Ka-
italien verbunden. Es ist aber an:
lererseits klar, daß es auf die Dauer
‚esser ist, den unvermeidlichen und
n vielen Fällen schon durch die Un:
entabilität eingetretenen Kapitals
verlust hinzunehmen, als eine unren:
able Betriebsausdehnung weiter auf:
echtzuerhalten. Mit dem vers
liebenen Betriebskapital läßt sich
ıuch die eingeschränkte Betriebs-
jasis viel besser und viel wirtschafts
icher ausgestalten.