Full text: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

Einkauf weitergegeben. Dauernde Fühlung mit der tech- 
nischen Entwicklung des jeweiligen Gewerbszweiges ist 
hierzu nötig, wozu Fachzeitschriften, zumal ihr Inseratenteil, 
der Besuch technischer Ausstellungen und Gedankenaus- 
tausch mit gleichartigen Betrieben beitragen. 
Neuanschaffungen. Keine Neuanschaffung darf 
ohne vorherige genaue Rentabilitätsberechnung beantragt 
werden; denn nur zu groß ist die Gefahr der sog. Über- 
investition, d. h. der Bindung zu großer Geldmittel in festen 
Anlagewerten, wie Maschinen, wodurch das Betriebskapital 
einer Firma empfindlich geschwächt werden kann. Be- 
sonders kann nicht genug davor gewarnt werden, in Zeiten 
der Hochkonjunktur, vorübergehender Arbeitsstauungen we- 
gen, technische Betriebserweiterungen vorzunehmen. Ge- 
wöhnlich treffen diese infolge langer Lieferzeiten in solchen 
Perioden erst ein, wenn die Hochflut der Aufträge schon 
abgeebbt ist, und man hat in der nachfolgenden stilleren 
Zeıt dann nur um so mehr Maschinen, Hallen, Arbeits- 
plätze unbeschäftigt stehen, als sonst. Weise Beschränkung 
kann hier nicht genug angeraten werden. Man erschrickt 
oft, wenn man die Kosten solcher Neuanschaffungen mit 
den dadurch erzielten Vorteilen vergleicht und feststellt, wie 
aussichtslos die Amortisierung bei normaler Beschäftigung 
erscheint. 
Anschaffungsprogramme, für längere Zeiträume 
aufgestellt, geben dem Fertigungsbüro den besten Anhalt 
zur Beurteilung der jeweils nötigsten Maschinen und Ein- 
richtungen. Die Dringlichkeitsfolge regelt sich nach der 
Kürze der möglichen Amortisation, wobei bauliche Er- 
weiterungen in längstens 10 Jahren, Maschinen in längstens 
2 bis 3 Jahren, Geräte und Werkzeuge grundsätzlich in 
weniger als einem Jahr voll abgeschrieben sein, d. h. durch 
Betriebsersparnisse sich bezahlt machen müssen, Nicht selten 
kann man gebrauchte Maschinen zu günstigen Bedingungen 
erwerben. Das Risiko, das mit solchen Käufen stets ver- 
bunden ist, verringert man, indem man alle gebrauchten 
Maschinen auf einen Monat zur Probe aufstellt und bei 
Zurückweisung die Hinfracht selbst bezahlt, die Rückfracht 
dem Lieferanten aufbürdet.
	        
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