Fabrikat zusammenfügen, muß man mitunter eine sehr
weitgehende Besetzung der Arbeitsmittel vornehmen, um annähernd
richtige Lieferfristen nennen und einhalten zu
können.
Zunächst gilt es, ein Maß zu finden, durch das die verschiedensten
Teile und Arbeitsstufen in ein rechnerisch einfaches
Verhältnis zur möglichen Ausbringung oder Kapazität
des Betriebes gebracht werden können. Das umfassendste
Maß ist die Bearbeitungszeit, die uns die Arbeitszeitermittlung
für die vorliegenden Aufträge errechnet. Man erhält
so einen Auftragsbestand von Arbeitsstunden, der in Beziehung
gesetzt werden kann zu den möglichen Arbeitsstunden,
die man innerhalb einer gewissen Zeit, sagen wir
einem Monat, in dieser oder jener Werkstatt ableisten kann.
Wie weit nun die einzelnen Werkstätten wirklich besetzt
sind, ermitteln wir an Hand von Besetzungstafeln. Natürlich
müssen wir diese Aufstellung nach verschiedenen Maschinengruppen
unterteilen, also getrennt etwa nach Kopfdrehbänken,
Karusselldrehbänken, Bohrmaschinen usw., ferner
getrennt für die verschiedenen Arten der Handarbeit, die wir
nach Arbeitsplätzen einteilen, also nach Schlosserplätzen,
Teilmontage- und Hauptmontageplätzen. Tragen wir in
solche Besetzungstafeln (Abb. 14) die Arbeitszeiten des
Akkordbüros Stück um Stück ein, so erhalten wir ein theoretisch
getreues Abbild des zukünftigen Arbeitsablaufs in
den Werkstätten. Wir vermögen zu übersehen, wann bestimmte
Maschinen für eine Arbeit wieder frei werden und
wann das Teil, das dann auf die Maschine kommen soll,
demzufolge spätestens den vorherigen Arbeitsgang durch-Jaufen
haben muß.
Man hüte sich, derartige Besetzungspläne zu übertreiben.
Bei wechselnder Fertigung erhält man derart umfangreiche
Pläne, daß sie jedem Betriebsleiter in kurzer Zeit über
den Kopf wachsen. Stellt eine Fabrik z. B. im Monat zehn
verschiedene Aufträge her, jeder Auftrag zu 200 Einzelteilen
zu je zehn Arbeitsgängen, so wären monatlich 20000 einzelne
Eintragungen nötig. Und wie schnell würden diese
wieder umgestoßen werden! Jede Ausschußlieferung, jeder
Maschinendefekt, jeder unvorhergesehene Bruch von Werk-16