Object: Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion

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IV. Kapitel. 
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herrschte, diese Veränderungen durch Ausgleichung des Zinsfußes aufzu 
wiegen, so könnten die Schwankungen bedeutend abgeschwächt werden. 
Nur durch das Nachhinken des Zinsfußes vermögen die Schwankungen so 
große Verhältnisse anzunehmen. Über diesen Punkt äußert sich Marshall 
sehr treffend: 
„Die Ursache für die abwechselnden Perioden des An- und Ab 
schwellens der geschäftlichen Tätigkeit ... ist innig verknüpft mit jenen 
Schwankungen des tatsächlichen Zinsfußes, die von den Veränderungen 
in der Kaufkraft des Geldes ausgehen. Denn wenn Wahrscheinlichkeit 
vorhanden ist, daß die Preise steigen, dann nehmen die Leute eiligst Geld 
auf und kaufen Güter ein und tragen dadurch zur Preissteigerung bei; die 
Hochkonjunktur ist da, und das Geschäft wird skrupellos undunökonomisch 
betrieben; wer mit geborgtem Kapital arbeitet, zahlt weniger an realem 
Wert zurück, als er aufgenommen hat, und bereichert sich auf Kosten 
der Allgemeinheit. Wenn dann nachher der Kredit erschüttert ist und 
die Preise zu fallen beginnen, will Jeder Güter loswerden, deren Wert sich 
verringert, und Geld in die Hand bekommen, dessen Wert sich rapid 
erhöht; dadurch fallen die Preise nur noch rascher, und das weitere Fallen 
verringert den Kredit noch weiter, und so fallen denn auf lange Zeit die 
Preise weiter, weil die Preise einmal gefallen sind“ x ). 
Einen Zyklus von etwas verschiedener Art bilden die jahreszeitlichen 
Schwankungen, die alljährlich stattfinden. Solche Schwankungen werden 
meistenteils nicht durch die Abweichung von einem Gleichgewichtszustand 
veranlaßt, sondern vielmehr durch eine fortgesetzte Angleichung an Zustände, 
welche, wenn auch veränderlich, so doch normal sind und erwartet werden. 
Wenn im Herbst die Zeit der Ernte und deren Transport heranrückt, so ist 
eine Tendenz zu einem niedrigeren Preisniveau wahrzunehmen, der ein 
Steigen der Preise folgt, sobald diese Periode vorüber ist und der Winter 
herannaht. 
§6. 
In dem vorliegenden Kapitel haben wir die den Übergangsperioden 
eigentümlichen Phänomene analysiert. Wir haben gesehen, daß eine solche 
Periode des „Aufschwungs“ zu einer Reaktion führt, und daß Wirkung und 
Gegenwirkung einen geschlossenen Kreislauf von „Prosperität“ und „Depres 
sion“ darstellen. 
1 ) Marshall, Principles of Economics, 5. Aufl., London (Macmillan), 1907, Bd. I 
S. 594.
	        
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