Object: Theoretische Sozialökonomie

865. Veränderung d. Arbeiterzahl in d. beiden Hauptzweigen d. Produktion. 499 
11,7, 1891/1900 13,9 und 1901/1910 14,3. Der jährliche Bevölkerungs- 
zuwachs betrug in den 21 Jahren von 1888 bis 1909 durchschnittlich 
1,34%. Da nun die Arbeiterzahl der kapitalproduzierenden Industrien 
in den Hochkonjunkturen um 5 bis 8% jährlich zugenommen hat, so 
versteht man, daß in den Hochkonjunkturen immer ein Zuschuß von 
außen notwendig gewesen ist. Nach der Hochkonjunktur von 1891 ist 
eine Arbeitslosigkeit eingetreten, die die beiden Jahre 1892 und 1893 
umfaßt. Dieser Arbeitslosigkeit hat das Jahr 1894 schon ein Ende be- 
reitet. Im Jahre 1895 ist wohl der natürliche Bevölkerungszuwachs 
der hier in Frage stehenden Arbeitergruppen hinreichend gewesen, um 
den Bedarf von Arbeitskräften zu decken, aber von 1896 an bis 1900 
ist offenbar ein Zuschuß von außen nötig gewesen. Die Depression 
am Anfang dieses Jahrhunderts ist von einer Arbeitslosigkeit, die sich 
über die Jahre 1901 bis 1903 erstreckt, begleitet. Schon das Jahr 1904 
absorbiert aber die Arbeitslosen dieser Periode, und die Hochkonjunktur 
der drei Jahre 1905 bis 1907 erfordert einen bedeutenden Zuschuß von 
außen, um ihren Bedarf von Arbeitskräften zu decken. 
Es geht hieraus hervor, daß der Arbeiterbedarf der beginnenden 
Aufgangsperiode durch Wiedereinstellung der Arbeitslosen der De- 
pressionsperiode befriedigt werden kann, oder daß der Vorgang wenig- 
stens arithmetisch so gedacht werden kann, daß aber die eigentliche 
Hochkonjunktur zur Deckung ihres Arbeiterbedarfs wesentlich auf 
Zuschuß von außen angewiesen sei. 
Dieses Ergebnis, das die ganze Theorie der „industriellen Reserve- 
armee‘‘ ins richtige Licht zu setzen geeignet ist, wird durch das Studium 
einzelner Industrien, deren Arbeiterzahl wir statistisch verfolgen können, 
bestätigt. Der Eisenhochofenbetrieb, der nach unseren früheren Aus- 
führungen als repräsentativ für die ganze Produktion von festem 
Kapital betrachtet werden kann, zeigt seit 1885 folgende Entwicklung 
der „mittleren Belegschaft‘“1) 
1885 22 768 1898 30.778 
86 21 470 99 36 334 
87 21 432 1900 34 743 
88 23 046 01 32 367 
89 23 985 02 32 399 
1890 24 846 03 35 361 
91 24 773 04 35.358 
92 24.325 1905 38 458 
93 24 201 06 41 754 
94 24 110 07 45 201 
1895 24 059 08 43 532 
96 26 562 09 42 227 
97 30 459 1910 45 324 
?) Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. 
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