Eisenerz in großen Mengen meist in metasomatischen Lagerstätten auf,
hauptsächlich als Brauneisenstein, aber auch als Roteisenstein und
Spat, mit 50 bis 63°% Fe, phosphorarm. Es seien hier nur die Rifgruben
in Spanisch-Marokko, Verschiffungshäfen Mellilla und Navarette.
die Gruben Beni-Saf, Rouina, Ouenza in Algier und Diebel-Dierissa,
Djebel-Slata und andere in Tunis genannt, welche Erze von ausgezeichneter
Qualität in wachsender Menge produzieren. Das Gebiet ist noch
Nicht genügend erforscht, jedoch betragen die schon bekannten Vorräte
dieser Gruben Hunderte von Millionen Tonnen. Dieses Gebiet dürfte an
Sich einen sehr großen Anreiz für die deutsche Industrie bieten, eich
dort eine Reserve zu schaffen. ' Da es sich aber in der Hauptsache um
französische Kolonien handelt, muß eine direkte Interessennahme der
deutschen Industrie an solchen Vorkommen vorläufig noch als viel zu
riskant bezeichnet werden und deshalb leider zunächst ausscheiden.
Nordamerika.
Die in hoher Blüte stehende Hüttenindustrie Nordamerikas hat
Praktisch alle in Frage kommenden Eisenerzgebiete dieses Kontinente
für sich mit Beschlag belegt. Für eine Ausfuhr nach Europa kommt
aus diesen Gründen und auch wegen der Frachtlage nur ein! einziges
Nordamerikanisches Vorkommen in Betracht, und zwar dasjenige von
Neufundland. Dieses Vorkommen, welches auf der Bellinsel in der
Conception-Bay in Neufundland liegt, ist unter dem Namen seines Ver-Schiffungshafens
Wabana bekannt. Das Vorkommen zieht sich weit über
die Insel hinaus unter dem Meeresboden weiter, so daß die bisher ge-Schätzten
Mengen von rund 3 Milliarden Tonnen wahrscheinlich übertroffen
werden.
Das Erz hat folgende Zusammensetzung:
Fo 51,48%, Mn 0,21%, P 0,96%, SiO, 12,04%, AlOz 5,16%,
CaO 38,35%, MgO 0,84% und wird bezahlt mit sh 18/— pro 1016 kg
Gt Rotterdam auf Basis 50% Fe und 12% SiO,, beides im Feuchten
Skala 6d bzw. 231/.d.
Das Erz ist außerordentlich stückig und leicht schmelzbar und
Stellt somit ein ausgezeichnetes Thomaseisenerz dar. Ein großer Teil
Von den geförderten Erzen geht nach den eigenen Hüttenwerken der
Nglischen Besitzer des Vorkommens, nur der Rest der Förderung kommt
für einen Export nach Europa in Frage, und es hängt deswegen von
dem amerikanischen Selbstverbraucher ab, ob und wie lange Deutschland
mit dieser wichtigen Bezugsquelle wird rechnen können. Zur Zeit
wird das Erz zur Versorgung der deutschen Thomaswerke in wesentlichen
Mengen — 800 000 bis 900 000 Tonnen jährlich — bezogen. Die
Konkurrenz des Wabanaerzes hat dazu beigetragen, preisregulierend
auf die Minettepreise einzuwirken.
Südamerika.
‚Im Gegensatz zu Nordamerika ist Südamerika naturgemäß noch
Wenig auf nutzbare Lagerstätten hin erforscht, lediglich an den großen
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