Die Erze haben also Kalküberschuß und sind sehr rein und ungewöhnlich
leicht schmelzbar. Der Preis ist etwa derselbe wie derjenige
der Siegerländer Erze unter Berücksichtigung des geringeren Metallgehaltes.
Schweiz,
Die Schweiz, selbst ohne nennenswerten Erzbedarf, baut seit Jahren
ein recht ausgedehntes Erzvorkommen am Berge Gonzen bei Sargans.
Die Gesamtförderung beträgt zur Zeit nur etwa 100000 Tonnen pro
Jahr, die teilweise von Basel ab auf dem Wasserwege zur Ruhr geliefert
werden, und zwar in den Verschiffungsmonaten Mai bis September.
Der Gonzen-Roteisenstein hat eine ausgezeichnete Stückigkeit und weist
etwa. folgende Analyse auf:
53% Fe 0,5% P 6,5% 8iO, 2% A1,0; 6,5% CaO 0,5% MgO 0,5% Mn
bei allerdings 0,6% S. ;
Das Vorkommen wird deshalb erwähnt, weil die Hoffnung besteht,
durch verständige Eisenbahntarifmaßnahmen die Transporte zu dem
deutschen Rheinhafen Kehl wirtschaftlich zu gestalten und damit die
Bezugsmöglichkeit dieses ausgezeichneten Erzes aus befreundetem
Lande wesentlich zu eteigern.
Südrußland. _
Als ein sehr wichtiges Eisenerzgebiet, auf das sich früher die
deutsche Industrie, insbesondere die oberschlesischen Hütten . haben
Stützen können, muß das Gebiet des Krivoi-Rog im südwestlichen Rußland
bezeichnet werden. Die metamorphe Lagerstätte, nur 150 km vom
Hafen Nikolajeff entfernt, führt einen Roteisenstein mit 50 bis 70%, Fe
bei 0,01 bis 0,06 % P, wobei nur Erze mit über 55% Fe ausgebeutet
und die geringeren als Quarzite auf die Halde geworfen werden. Die
äNstehende Menge ist noch nicht genau bekannt, übertrifft aber sicher
100 Millionen Tonnen Erz mit durchschnittlich 62%, Fe. Vor dem
Kriege hat die, deutsche Eisenindustrie ein erhebliches Interesse an
diesem Vorkommen hochwertiger Erze genommen, indem sie langfristige
Lieferungsverträge abschloß, Vorkaufsrechte auf Gruben allein und ge-Meinsam
mit der französisch-belgischen Hüttenindustrie erwarb und
Wertvolle Umschlagseinrichtungen in dem Exporthafen Nikolajeff er-Tchtete,
Dieses Eindringen der deutschen Industrie in das Gebiet von
Krivoi-Rog ist durch den Krieg, durch Bestimmungen des Versailler
’iktats und durch die russische Revolution zunichte geworden. Bei
N bestehenden politischen Beziehungen zwischen Deutschland und
ußland ist es nicht ausgeschlossen, daß die deutsche Industrie
Wiederum im Krivoi-Rogbezirk Fuß fassen könnte. Unbedingt voraus-Sesetzt
müßte aber hierbei werden, daß eine solche Betätigung der
deutschen Industrie vollkommen befreit sein müßte von den Belastungen
fon Wirtschaftsfeindlichen sozialkommunistischen Systems, und daß
quer die deutsche Regierung eine Garantie für die Unversehrbarkeit
ne Seitens der Industrie investierten Kapitalien übernimmt. Ein Verpa
auf der Basis der üblichen bekannten russischen Konzessionsange-°te
kann von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden.
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