Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Die Preistabelle des Berg- und Hüttenmännischen Vereins zu Wetz- 
lar e. V. führt folgende 8 Sorten an, ohne dabei Anspruch auf Vollstän- 
digkeit der vorkommenden Sorten zu erheben: 
Roteisenstein I. Sorte (mit etwa 45—50 % Fe) ; 
„ II. ‚ (mit etwa 40—45 % Fe) 
Flußeisenstein (selbstgehendes Erz für den Hochofen; [fremde Zu- 
Sehlän sind nicht erforderlich] mit etwa 34—88 % Fe) 
Oberhessischer Basalteisenstein (mit etwa 43-45 % Fe und ge- 
ringem Kieselsäuregehalt) 
Manganhaltiger Brauneisenstein I. Sorte mit 18% Mn u. 20% Fe 
„ w U ww „ 12% Mn u. 80% Fe 
Manganarmer I. „6% Mn u. 40% Fe 
Der Schwerpunkt der Förderung liegt bei dem Rot- und Flußeisenstein. 
Zu diesen auf der Erlösseite sich auswirkenden Qualitätsunter- 
schieden gesellt sich auf der Kostenseite die Differenzierung der Kosten 
nach den verschiedenen Abbauarten. 
Während im Siegerland der Abbau lediglich im Tiefbau erfolgt, 
betreibt das hier zur Untersuchung stehende Notstandsgebiet den Ab- 
bau im Tagebau, im Stellenbau und im Tiefbau. 
Teils bilden die verschiedenen Abbauarten ein wirtschaftliches 
Ganzes, so daß eine Trennung der zu untersuchenden Ziffern, ins- 
besondere der Kosten, von vornherein unmöglich ist. 
Andererseits sind auf den einzelnen Werken, die verschiedene Ab- 
Mvarbeh verzeichnen, buchtechnisch die Kosten nicht getrennt erfaßt 
worden. 
Ferner ist bei dem Vergleich der Ziffern 1913 und 1926 zu berück- 
np, daß die Abbauarten zum Teil im Laufe der Jahre gewechselt 
aben. 
Es lassen sich daher allgemeingültige Ergebnisse kaum erzielen, 
da jede Relation der Werke untereinander und der einzelnen Werke in 
1913 und 1926 durch die Verschiedenheiten leicht Fehlschlüsse ergeben 
würde. 
Im Jahre 1913 bezifferte sich die Gesamtförderung auf 1500 000 
Tonnen, im Monatsdurchschnitt also 125 000 Tonnen. 
Von den der Untersuchung unterliegenden 23 Werken: lagen für 
1913 für 11 Werke die Angaben mit einer monatlichen Gesamtdurch- 
Schnittsförderung von 73676 Tonnen bei einer Gesamtbelegschaft von 
3881 Mann vor. 
Die Leistung je Mann im Monat stellte sich mithin durchschnittlich 
auf 18,9 Tonnen. 
Die‘ Gesamtdurchschnittsförderung pro Monat bezifferte sich in 
1926 auf 67 774 Tonnen bei 3244 Mann Belegschaft. 
Demnach entfallen auf den Mann im Monat 20,9 Tonnen Förderung. 
. Die Leistungssteigerung je Mann im Monat beziffert sich mithin 
in 1926 gegenüber 1913 auf etwa 10,6 °%. 
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Berichtszeit in 1926 als 
Anlaufszeit zu betrachten ist, was auch aus den weiter unten zu be- 
handelnden Ziffern für Aus- und Vorrichtung hervorgeht. 
Der Monatsdurchschnitt der Förderung im Januar und Februar 
1927 stellte sich bereits auf etwa 77250 Tonnen. 
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