den Schachtkörper 50 oder 60m oder eine beliebige Anzahl von Metern
niedergebracht habe, kann also zunächst nur eine geringe Anzahl von
Menschen auf diese Arbeit ansetzen, eine Anzahl, die sich vergrößert,
wenn ich nachher in das System der einzelnen Strecken hineinkomme.
Ich habe deshalb bei der Beantwortung dieser Frage auch die Leistungs-
zahlen der letzten Monate dieses Jahres angegeben. Der Vergleich
zeigt, daß jetzt ungefähr der Normalzustand des Jahres 1913 wieder
erreicht ist; d. h. die übermäßige Leistung, die wir in der zweiten
Hälfte des Jahres 1926 und im ersten Viertel des Jahres 1927 hatten,
ist Jetzt auf das Normalmaß zurückgeführt. Aber auch diese gleiche
Leistung bedeutet naturgemäß eine Leistungssteigerung; denn wie ich
vorhin schilderte, sind die Gesamtverhältnisse wesentlich ungünstiger
geworden. Die Teufen sind um soundsoviel größer geworden; es liegt
ein Zeitraum von 14 Jahren dazwischen. Diese ungünstigen Momente
sind durch die verbesserte Technik ausgeglichen worden. Hierunter
sind besonders zu erwähnen die mechanischen Aufbereitungsanlagen
über Tage, die Mechanisierung des ganzen Bergbaues unter Tage durch
Einführung der Preßluft als Kraft und in dieser besonderen Kraftwirt-
schaft wieder die Einführung des modernen Schnellschlagbohrhammers,
lie in ihrer Leistung die alten Hämmer um etwa 25 bis 30 °/. übertreffen.
Vorsitzender: Können Sie denn nun ordnungsmäßige Ab-
schreibungen vornehmen, wenn die Subvention durchgeführt wird?
Sachverständiger Willing: Nein! Wir können uns in dieser
Beziehung berufen auf. eine amtliche Untersuchung unseres Bergbaues,
lie von dem preußischen Handelsministerium veranlaßt worden ist, daß
lie Gestehungskosten, d.h. die Kosten ohne Verzinsung und Abschrei-
bungen, nur ganz unwesentlich verschieden waren von den Verkaufs-
preisen, zu denen wir in dieser Periode allerdings gezwungen waren.
Die Gruben haben fördern können, sie haben sich selbst erhalten können;
aber sie haben eine Verzinsung nicht gebracht. Das ist ein Zustand,
der sich eine gewisse Zeit durchführen läßt, der aber auf die Dauer
automatisch zum Erliegen des Bergbaues führen muß.
Vorsitzender. Wie steht es nun mit der Lohnentwicklung?
Haben die Arbeiter, abgesehen von der allgemeinen Notlage, die dort
herrscht, etwa insofern noch besonders zu leiden, daß sie vielleicht nie-
drigere Löhne erhalten als sie in anderen zum Vergleich geeigneten
(jebieten gezahlt werden?
Sachverständiger Willing: Der gesamte Lohnindex des Gebiets
liegt heute eine Idee höher als der Index der Lebenshaltung, wie er
veröffentlicht wird. Heute beträgt der Durchschnittslohn eines Hauers
in diesem Gebiete etwa 7,60 RM. pro Schicht gegenüber 5,38 RM. vor
dem Kriege. Bemerken muß ich dabei, daß das gesamte Lohnniveau
des Gebiets immer etwas unter dem des Ruhrbergbaues lag. Es sind
auch da Zahlen errechnet worden von 90 und 91 °% ; die Schätzungen
schwanken naturgemäß etwas, Aber das Lohnniveau des ganzen Gebiets
lag zweifellos unter dem des Bergbaugebiets an der. Ruhr. Das liegt
ia auch darin begründet. daß wir es im wesentlichen mit einem ein-
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