Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

1398 VII AbfOnitt: Einzelne Schuldverhältniffe. 
belaftet wird, daß der Gläubiger berechtigt ijt, Befriedigung auS der Sache zu fuchen 
S$ 1204), erbält der ®läubiger durch die Bürgfchaft einen zweiten Schuldner, an den 
er fich halten fanıt, wenn er vom Hauptichulbdbner nicht befriedigt wird (vgl. Windfheid- 
Ripp, Band. Bd. 2 S. 1079 ., Endemann I S 190 Unm. D). 
.., 4, Gegenitand des Bürgichaftsvertrags it die Nebernahne der Verpflichtung 
teitenS des Bürgen, für die Erfüllung der Berbindlighkeit des Dritten 
einzuifteben; der Bürge haftet allo nicht für den Erfaß des Schadens, der dem 
Gläubiger aus der Nichterfüllung der Berbindlichkeit des Ganptfchuldner3 erwächft, {oweit 
fich nicht aus $ 767 eine Abweichung ergibt . II, 461; Windlcheid-Kipp, Land. Bd. 2 
S. 1081 Anm. 4, RORN.-Komm. Bem. 5; val. Bem. 2 zu 8 767), Die ordern, 
deren Sicherung die Bürg{chaft dienen foll, braucht feine Geld Forderung zu fein (MM. 11, 
659; 7. aber 8772 Ab4. 1). 
Ueber Bürgfhaftsleitung für Fünftige oder bedingte Berbindlihkeiten 1, unten 
Bem, 6, a, 8; über Bürgichaft für eine Teilleijtung f. Urt. d. VL®. Breslau vom 
11. Mai 1903 Necht 1903 S, 291 ff. 
5, Sorm, Nach S& 766 Abi. 1 ift zur Gültigkeit des BürgichaftsvertragS fOrift= 
LieErteilung der Bürg[{Gaftserklärung erforderlich I. näher Bem. zu S 766). 
Uu8 8 765 Abf. 1 dat nicht gefchloffen werden, daß der Bürge auZdrücklich vers 
Iprechen müßte, fich zu „verbürgen“ oder für die Erfüllung der fraglidhen VBerbind- 
lichkeit „einzufjtehen“; e8 genügt vielmehr A Erklärung, aus welder der Wille, eine 
Verpflichtung der in S 765 Abf. 1 ermähnten Art zu übernehmen, unzweideutig hervorgeht 
‘vgl. Dernburg 8 285 Anm. 10, Crome 8 295 Anm. 33, Urt. d. NMeicdhsger. vom 14. De- 
zember 1905 und 17. September 1906, ROS. Bd. 62 S. 174, Bd. 64 S. 84). Ein 
Wille wird 3. B. anzunehmen fein, wenn jemand dem Gläubiger gegenüber ver- 
pricht, „er werde Dafür forgen, daß diejer fein Geld bekomme“, oder „er ee dafür aut, 
daß der @läubiger nichtS verliere“ (val. ROES. Bd. 31 S. 266, Urt. d. VLG., Dresden 
vom 22. SYuni 1906 Ripr. d. OLG, Bd. 18 S. 38: „Sie follen nicdht8 verlieren“, Urt. d. 
ReichSger. vom 4. Sanuar 1906 ROR-Komm. Bem. 51: „wenn B nicht zahlt, zahle ich“). 
Ob in no allgemeineren Wendungen, wie He insbefondere häufig feiten8 des Bauz 
fapitaliften gebraucht werden, um die Fertigftellung des Baues ER DE (3. VB. e8 
möge nur weitergearbeitet oder Wweitergeliefert werden, e8 folle niemand fein Geld ver- 
fieren), die Nebernahme einer Bürgichaft erblidt werden kann, muß unter Würdigung 
aller Umftände des Einzelfals und unter Berüchfichtigung der Gebote von Treu und 
Slauben jowie der Verfehröfitte entfchieden werden (SS 157, 242; vol. Urt. d. Meichsger. 
vom 6. März 1908 RGE. Bd. 68 S. 126 ff., Urt. d. VLG. Dresden vom 28. April 1905 
Hecht 1906 S. 1190). Im Hinblick auf die Formvorfchrift des S 766 ijt Ddiefe Frage 
"reilih nur mehr von untergeordneter Bedeutung. 
, Ein bloßer Empfehlungsbhrief enthält keine Verblirgung für die Schulden, 
die der Empfohlene bei dem Yoreffaten aufnimmt; ebenfowenig wird das Mitunter- 
jOreiben eineS Sch uld{heins8 regelmäßig al8 Verbürgung erachtet werden können 
(Dernburg S 285 Anm. 10, Urt. d. DLG. Banıbera vom 23. September 1905 Bayr. 
3.1. 3%. Bd. 2 ©, 46; f. aber au Urt. d. OLG. Münden vom 18. Juni 1903 Recht 
1904 S. 189); binfichtlih der bloßen Mitunterzeichnung eines Anufvertrag8 durch, einen 
Dritten f. das in Ubi. 1 erwähnte Urt. d. Mel et vom 14. Dezember 1905 und hiezu 
Neumann in Sur. Wicdhr. 1906 S, 96 fowie Urt, d. DLG. Karlsruhe vom 3. Mai 1907 
Recht 1907 S. 1258; über Bürgihaft für einen Zwangsveraleih durch Unterzeichnung 
eg ESSEN f. Urt. d. MeichSäger. vom 17. September 1906 ROGS. Bd. 64 
S. 82 ff. 
I Wenn derjenige, der dem biSherigen Schuldner gegenüber die Schuld übernimmt, 
ic dem Öläubiger gegenüber neben dem bisherigen Schuldner als Gefamtfchuldner ver- 
pflichtet, fo liegt eine fumulative Schuldübernahme f. Borbem. 3 vor S 414, 
Dem. 4, a zu $ 766), feine Bürg{haft vor (Urt. d. VOberft. LS. Münden vom 8. Mai 
1903 Samml. n. &. Bd. 4 S. 330 fF.); dagegen it die Erklärung des Bevollmächtigten, 
neben der Haftung des Vollmachtgeber8 eine Haftung zu übernehmen, al BürgfhHaft 
zu erachten (Urt, d. Neichager. vom 30. Mai 1904 Kur. Wichr. 1904 S. 407). 
Yeber das Erfordernis der vormund{hafisgerihtliden Genehmigung 
f. Borbem. 4. 
6. Alzeforifidhe Natur der Bürgichaft.*) Die Bürg{dhaft ft akzefforiicdher 
Natur (M. II, 659; vol. Dernburg, Band. Bd. 2 8 78 Biff. 1, U YBand. 
Bd. 2 S, 1083 ff, BLR. LI. IV cap. 10 82, NGE. Bd. 8 S. 367, Bd. 34 S. 156, 
bayr. Oberit. LG. Bd. 3 S. 426 
“\ Wal. Hiezu insbeil. Neicdhel, Die SoOuldmitübernahme S. 84 fi.
	        
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