sprüche an die noch arbeitenden Betriebe, vermehren. Die Sachverstän-
digen hielten es für erwünscht, daß durch einen Anschluß der knapp-
schaftlichen Organisation des Bezirkes, aus der die besonderen Lasten
herrühren, die der Erzbergbau und die Hüttenindustrie zu tragen haben,
an die größerer bergbaulicher Bezirke die Lasten auf mehr und wirt-
Schaftlich stärkere Gebiete verteilt werden.
Die Rentabilität ist selbstverständlich wie von den Kosten so auch
von der Gestaltung der Erlöse abhängig. Diese Erlöse sind trotz der
Absatzorganisation des Bergbaus, dem Siegerländer Eisensteinverein,
von der Marktlage, somit von dem Beschäftigungsgrad der eisenerzeugen-
den Industrie abhängig. Das Jahr 1927 hat mit seiner besonders hohen
Beschäftigung dieser Industrie auch eine Erhöhung der Erlöse für das
Siegerländer Gebiet gebracht. Die Erlöse des Siegerländer Gebietes,
dessen Förderung in Eisenmanganerzen besteht, hängen aber von dem
Preis der Eisenmanganerze frei Hütte Ruhrgebiet ab: somit hat das
Siegerländer Erz gegen diejenigen Erze zu konkurrieren, die bei ab-
nehmender Beschäftigung am stärksten angeboten und zuerst einem
Preisdruck unterworfen sind. Eine Beurteilung der Rentabilitätsver-
hältnisse des Siegerlandes allein auf der Grundlage eines Hochkonjunk-
turjahres wie des Jahres 1927 müßte zu unrichtigen Ergebnissen führen.
Nahezu die gesamte Erzförderung des Revieres erfolgt durch Werke, die
den Konzernen der deutschen eisenerzeugenden. Industrie gehören.
Im Jahre 1913 betrug der Anteil der Konzernfirmen an der Förderung
95,07 °., im Jahre 1926 rund 100 */,. Neben die ausschließliche Betrach-
tung der Wirtschaftlichkeit des Siegerländer Erzbergbaus können selbst-
verständlich eine Reihe anderer Überlegungen treten. So ist eine Auf-
Techterhaltung für die Unternehmungen der eisenerzeugenden Industrie
Nıemals ausschließlich eine Frage der Rentabilität, sondern stets, be-
Sonders wegen des Mangangehalte der Siegerländer Erze, auch der Er-
haltung einer Reserve für alle Fälle gewesen. Auch den Sachverständigen
erschien sie nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität meßbar.
Der Notstand im Lahn-Dill-Bezirk ist aus ähnlichen Gründen her-
Vorgegangen, wie der des Siegerlandes. Auch hier steht die Einwirkung
natürlicher geologischer Verhältnisse auf die einzelnen. Kostenfaktoren
der Einwirkung allgemein wirtschaftlicher Verhältnisse, besonders auch
Sozialrechtlicher Art, gegenüber. Im Lahn-Dill-Bezirk erschweren die
Lagerungsverhältnisse der Mulden den Bergbau außerordentlich.
Kleinere Betriebe, ja Zwergbetriebe, sind. noch häufiger anzutreffen als
Im Siegerland. Für die zahlenmäßige Beurteilung der Erzeugungsver-
hältnisse im Lahn-Dill-Bezirk ist zu beachten, daß diese nicht so gleich-
mäßig sind wie im Siegerland. Das gilt für die Erzqualitäten wie für
die Art des Abbaus, der im Siegerland nur im Tiefbau, im Lahn-Dill-
Bezirk sowohl im Tagebau als auch im Stollenbau und Tiefbau vor-
Senommen wird. Infolge dieser Verhältnisse ist es für den Sachverstän-
digen Dr. Adler schwierig gewesen, die Veränderungen . in den
Erzeugungsbedingungen wertmäßig festzustellen, die den Notstand im
Bergbaugebiet Lahn und Dill herbeigeführt haben. Der Sachverständige
hat auch hier aus den früher dargelegten Gründen. von der: Berück-
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